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Einkommensteuer - Kinderbetreuungskosten, § 10 Abs.1 Nr. 5 EStG

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Einkommensteuer

Kinderbetreuungskosten, § 10 Abs.1 Nr. 5 EStG

2/3 der Kinderbetreuungskosten (z.B. Kosten für Kindertagesstätten, Kindertagespflegepersonen, Babysitter) in Höhe von maximal 4.000 € pro Kind (bis zum 14. Geburtstag) und Jahr können als Sonderausgaben von der Steuer abgesetzt werden. Die Aufwendungen sind um die steuerfreien Zuschüsse des Arbeitgebers entsprechend zu kürzen. Die Kosten müssen durch Rechnung und Überweisung nachgewiesen werden. Barzahlungen sind nicht begünstigt.

Betreuung im Sinne des § 10 Absatz 1 Nummer 5 EStG ist die behütende oder beaufsichtigende Betreuung, d. h. die persönliche Fürsorge für das Kind muss der Dienstleistung erkennbar zugrunde liegen. Bei der Bearbeitung ist entsprechend zwischen begünstigten und nicht begünstigten Aufwendungen zu unterscheiden:

BetreuungskostenNicht begünstigte Aufwendungen
  •  Kindermädchen, Babysitter, Au-pair
  • Kindergarten, Kinderkrippe,
  • Kindertagesstätte
  • Hort,
  • Tagesmutter
  • Ganztagespflegestelle
  • Beschäftigung von Kinderpflegern, Erziehern
  • Internat
  • Ferienbetreuung
  • Unterricht
  • Vermittlung von Fähigkeiten und Fertigkeiten
  • Sport- oder Freizeitaktivitäten
  • Mitgliedschaft in Vereinen (z.B. Sportverein, Tanzverein, Karnevallsverein, Musikverein)
  • Barzahlungen

Nicht begünstigte Aufwendungen

Nach § 10 Abs. 1 Nr. 5 Satz 2 EStG sind Aufwendungen für Unterricht, die Vermittlung besonderer Fähigkeiten sowie für sportliche und andere Freizeitbetätigungen nicht zum Abzug als Kinderbetreuungskosen zugelassen. Gleiches gilt für Aufwendungen, die für die Verpflegung des Kindes geleistet werden (vgl. BFH-Urteil vom 28.11.1986). Gemischte Aufwendungen sind ggf. im Schätzungswege aufzuteilen.

Zu berücksichtigen sind Ausgaben in Geld oder Geldeswert (Wohnung, Kost, Waren, sonstige Sachleistungen) für Dienstleistungen zur Betreuung eines Kindes einschließlich der Erstattungen an die Betreuungsperson (z. B. Fahrtkosten), wenn die Leistungen im Einzelnen in der Rechnung oder im Vertrag aufgeführt werden.

Höchstbetrag

Der Höchstbetrag beläuft sich auch bei einem Elternpaar, das entweder gar nicht oder nur zeitweise  zusammengelebt hat, auf 4.000 Euro je Kind für das gesamte Kalenderjahr. Eine Aufteilung auf die Zeiträume des gemeinsamen Haushalts bzw. der getrennten Haushalte ist nicht vorzunehmen. Haben beide Elternteile entsprechende Aufwendungen getragen, sind diese bei jedem Elternteil grundsätzlich nur bis zu einem Höchstbetrag von 2.000 Euro zu berücksichtigen.

Beispiel

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Das Kind eines verheirateten Elternpaares geht von Januar bis Juni 01 in den Kindergarten. Die Sommermonate Juli bis zu seiner Einschulung Ende September 01 verlebt es bei seinen Großeltern. Ab der Einschulung geht es nachmittags in den Kinderhort. Den Eltern sind 01 Kinderbetreuungskosten in Höhe von insgesamt 3.600 Euro entstanden. Davon können sie zwei Drittel, also 2.400 Euro als Sonderausgaben geltend machen. Es findet keine zeitanteilige Kürzung statt.

Erstattungen und steuerfreie Arbeitgeberzuschüsse

Nach dem Beschluss des BFH vom 14.04.2021, III R 30/20, sind als Sonderausgaben abziehbare Kinderbetreuungskosten um entsprechende steuerfreie Arbeitgeberzuschüsse zu kürzen. Wird dem Stpfl. durch den Arbeitgeber ein zweckgebundener Zuschuss zu den KBK gewährt, so ist dieser durch entsprechende Beiträge im Umfang des Zuschusses nicht endgültig wirtschaftlich belastet. Die Anrechnung der steuerfreien Leistungen nach § 3 Nr. 33 EStG auf die Sonderausgaben nach § 10 Abs. 1 Nr. 5 EStG steht im Einklang mit dem Gesetzeszweck.

Zeitpunkt der Berücksichtigung

Der Zeitpunkt der Berücksichtigung der Kinderbetreuungskosten als Sonderausgaben bestimmt sich nach den allgemeinen Grundsätzen (§ 11 EStG - Zufluss-/Abflussprinzip).

Sonderausgaben und die Steuerermäßigung nach § 35a EStG

Erfüllen Kinderbetreuungskosten grundsätzlich die Voraussetzungen für einen Abzug als Sonderausgaben, kommt für diese Aufwendungen eine Steuerermäßigung nach § 35a EStG nicht in Betracht (§ 35a Absatz 5 Satz 1, 2. Halbsatz EStG). Auf den tatsächlichen Abzug als Sonderausgaben kommt es dabei nicht an. Dies gilt sowohl für das nicht abziehbare Drittel der Aufwendungen, als auch für die Aufwendungen, die den Höchstbetrag von 4.000 Euro je Kind übersteigen.