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Volkswirtschaftslehre (Mündliche Prüfung) - Phasen und Zyklen

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Volkswirtschaftslehre (Mündliche Prüfung)

Phasen und Zyklen

Inhaltsverzeichnis

Ablauf der Konjunkturbewegungen

 

Die konjunkturellen Schwankungen verlaufen in zyklischen, wellenförmigen Bewegungen. Explizit abzugrenzen sind die allgemeine Entwicklung der volkswirtschaftlichen Kapazitäten in Sinne eines wirtschaftlichen Wachstums sowie Sondereffekte, die keine Regelmäßigkeit aufweisen.

 

Die statistische Darstellung unterteilt den Konjunkturzyklus in vier Phasen.

 

Expansion/Aufschwung:

In der Expansion ist zunächst ein langsamer Anstieg der Produktion zu verzeichnen. Stabilisiert sich diese Entwicklung, werden zusätzliche Arbeitskräfte eingestellt. Durch die steigenden Einkommen kommt es zu einer Erhöhung der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage. Das Vertrauen in die Wirtschaft wächst. Haushalte und Unternehmen sehen optimistisch in die Zukunft. Nach längerer Konsumzurückhaltung fragen die Haushalte deshalb verstärkt Konsumgüter nach und verringern ihre Sparquote. Die Unternehmen sehen sich ermutigt, ihre Investitionen zu steigern. Die Güterproduktion und die Einkommensentwicklung werden weiter beflügelt.

 

Hochkonjunktur/Boom:

 

Die zunehmende Produktion mündet in einer vollen Auslastung der Produktionskapazitäten. Kurzfristig kommt es zur Überbeschäftigung (z. B. Überstunden). Die Gewerkschaften betreiben eine expansive Lohnpolitik und das Lohnniveau steigt. Die stark gestiegene gesamtwirtschaftliche Nachfrage und die Steigerung der Lohnkosten lösen Preissteigerungen aus (Inflation). Zur Sicherung des Geldwerts erhöht die Zentralbank die Leitzinsen. In Verbindung mit der stark gesunkenen Sparneigung führt dies zu einem hohen Zinsniveau. Gelingt es den Unternehmen nicht, die gestiegenen Kosten über die Preise abzuwälzen, kommt es zu Gewinneinbußen und in der Folge zu einem Rückgang der Nachfrage nach Investitionsgütern. Die wirtschaftliche Stimmung wird skeptisch. Auch die Haushalte verringern ihre Nachfrage nach Konsumgütern.

 

Krise/Abschwung:

 

Der Rückgang der wirtschaftlichen Aktivität verstärkt sich zunehmend. Durch die Abnahme der Investitionsgüternachfrage kommt es in diesem Bereich zu Produktionseinschränkungen und in der Folge zu Kurzarbeit und später zur Entlassung von Arbeitskräften. Die Einkommen der betroffenen privaten Haushalte sinken. Dadurch kommt es zu einem Rückgang der Konsumgüternachfrage und auch in diesem Bereich zu Produktionseinschränkungen und Entlassungen. Die Wirtschaftssubjekte sehen pessimistisch in die Zukunft. Unternehmen und Haushalte schränken ihre Investitions- bzw. Konsumgüternachfrage weiter ein.

 

Rezession/Depression:

 

Geringe Investitionstätigkeit und geringe Konsumgüternachfrage führen zu einer Wirtschaftskrise. Die pessimistischen Zukunftserwartungen verstärken den Rückgang der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage. Die Produktionskapazitäten sind unausgelastet, die Arbeitslosigkeit ist hoch. Lohnerhöhungen und Preissteigerungen fallen gering aus und das Zinsniveau ist niedrig. Die Wirtschaftssubjekte haben wenig Vertrauen in die Entwicklung der Wirtschaft.