ZU DEN KURSEN!

Betriebswirtschaftslehre (Mündliche Prüfung) - Kapitalflussrechnung

Kursangebot | Betriebswirtschaftslehre (Mündliche Prüfung) | Kapitalflussrechnung

Betriebswirtschaftslehre (Mündliche Prüfung)

Kapitalflussrechnung

Die Kapitalflussrechnung ist die Weiterentwicklung der Bewegungsbilanz. Wie bei der Bewegungsbilanz gibt es eine Vielfalt von Verfahren der Durchführung. Gemeinsam ist aber allen die Darstellung der Finanzmittelbewegungen nach den Tätigkeitsbereichen laufende Geschäftstätigkeit und Investitionen.

 

Ziel der Kapitalflussrechnung ist es, den Zahlungsmittelstrom eines Unternehmens transparent zu machen. Die Kapitalflussrechnung ist letztlich eine Fortentwicklung der Cashflow-Analyse.

 

Die Kapitalflussrechnung zeigt die Veränderung der Liquidität und der sie bestimmenden Größen in Form von Ein- und Auszahlungen während des Abrechnungszeitraums. Vielfach wird es auch als Aufgabe der Kapitalflussrechnung betrachtet, die Periodisierung der Zahlungsströme nach Möglichkeit rückgängig zu machen. Dadurch wird ein besserer Einblick in die Finanzlage eines Unternehmens gewährt.

 

Im Mittelpunkt der Kapitalflussrechnung steht der „Finanzmittelfonds am Anfang der Periode“, der sich aus den liquiden Mitteln sowie den Wertpapieren des Umlaufvermögens zusammensetzt. In der sog. Fondsänderungsrechnung wird die Veränderung des Bestandes an liquiden Mitteln dargestellt. Somit ergibt sich ein „Finanzmittelfonds am Ende der Periode“, der grds. mit dem Bestand an liquiden Mitteln (und Wertpapieren des UV) lt. Bilanz übereinstimmen wird. Im Rahmen der Die Darstellung der Kapitalflussrechnung beinhaltet folglich zwei Bereiche:

 

  • Fondsveränderungsrechnung,
  • Ursachenrechnung

 

Aufschluss über die Ursachen für die Veränderung des Finanzmittelbestandes können natürlich die Salden und deren Veränderung der drei Teilbereiche des Fonds geben:

 

  • Laufende Geschäftstätigkeit:

 

Der Mittelzufluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit sollte die erforderlichen Reinvestitionen abdecken, idealerweise aber auch für Erweiterungs-, Wachstums- und Rationalisierungsinvestitionen ausreichen. Ist dies nicht der Fall, ist die Dispositionsfreiheit aufgrund der dann erforderlichen Verschuldung eingeschränkt.

 

Neben der Entwicklung des Mittelzuflusses aus der laufenden Geschäftstätigkeit ist auch eine Betrachtung der einzelnen Unterpositionen erforderlich. Das Hauptaugenmerk dürfte auf der Entwicklung der Umsatzerlöse liegen, aber auch die Veränderung der Vorräte ist von enormer Bedeutung. Ein stetiges Ansteigen des Lagerbestandes ist eines der Hauptanzeichen für eine Krise. Steigen dagegen die erhaltenen Anzahlungen, lässt dies auf volle Auftragsbücher schließen.

 

  • Investitionstätigkeit:

 

Bei einem wachsenden oder zumindest auf gleichem Niveau weiterlaufenden Unternehmen werden aufgrund der erforderlichen (Ersatz-)Investitionen die Auszahlungen größer als die Zuflüsse sein. Zuflüsse ergeben sich vor allem durch Anlagenabgänge, die Substanzabbau bedeuten. Auch der Verkauf von nicht betriebsnotwendigem Vermögen muss genauer untersucht werden: Wurde „Tafelsilber“ veräußert, um kurzfristig Liquidität zu bekommen? Wenn ja, wozu wurde diese Liquidität verwendet? Wenn sie beispielsweise nur benötigt wurde, um Ausschüttungen zu ermöglichen, sind diese Finanzmittel dem Unternehmen endgültig entzogen. Vergleicht man den Saldo der Investitionstätigkeit mit dem der laufenden Geschäftstätigkeit, lässt sich erkennen, ob die Investitionen aus dem regelmäßigen Mittelzufluss finanziert werden konnten, oder ob eine Außenfinanzierung in Anspruch genommen wurde.

 

  • Finanzierungstätigkeit:

 

Durch die Darstellung der Finanzierungstätigkeit erhält man einen Überblick über die oben nicht erfassten Verbindlichkeiten, über Kapitalerhöhungen und über Dividendenzahlungen für das Vorjahr. Man kann aus dem Kapitalbereich auch erkennen, wie eventuelle Überschüsse verwendet wurden. Wurden diese zur Schuldentilgung oder für Ausschüttungen eingesetzt? Außerdem erhält man Informationen darüber, ob ein etwaiger Finanzbedarf durch eine Erhöhung des Eigenkapitals oder durch Neuverschuldung gedeckt wurde.

 

Börsennotierte Kapitalgesellschaften haben den Konzernanhang, um eine Kapitalflussrechnung zu erweitern (§ 297 Abs. 1 HGB).

 

Moderne Verfahren zur Durchführung der Kapitalflussrechnung orientieren sich häufig am Deutschen Rechnungslegungsstandard 2 (DRS-2) des Deutschen Rechnungslegungs Standards Committee e. V. (DRSC).