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Betriebswirtschaftslehre (Mündliche Prüfung) - Kapitalstrukturanalyse und ihre Kennzahlen

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Betriebswirtschaftslehre (Mündliche Prüfung)

Kapitalstrukturanalyse und ihre Kennzahlen

Die Kapitalstrukturanalyse untersucht die Art der Finanzierung des Unternehmens und versucht damit, die finanzielle Stabilität im Sinne der mit der Finanzierung verbundenen Risiken zu ermitteln. Im Mittelpunkt der Analyse steht die Untersuchung der Kapitalstruktur, d. h. der Anteile von Eigen- und Fremdkapital. Je höher die Eigenkapitalquote (Eigenkapital/Gesamtkapital), desto solider ist das Unternehmen finanziert. Verluste schlagen sich im Eigenkapital nieder, so dass ein höheres Eigenkapital mehr Sicherheit bei einer verschlechterten Geschäftslage bietet. Eigenkapital dient als Haftungsmasse des Unternehmens und hat im Unterschied zu Fremdkapital keine Fälligkeit, zu der es an die Kapitalgeber zurückzubezahlen wäre. Deshalb ist die Überlassung von Eigenkapital aus Sicht der Eigenkapitalgeber auch riskanter, weshalb diese in der Regel eine höhere Verzinsung erwarten als die Fremdkapitalgeber.

 

Allerdings ist eine reine EK-Finanzierung nicht nur vorteilhaft. Eigenkapital wird steuerlich diskriminiert (keine Abzugsfähigkeit der Ausschüttungen ggü. Abzugsfähigkeit der FK-Zinsen). Außerdem ist die Renditeerwartung der FK-Geber regelmäßig niedriger als die der EK-Geber. Dass eine höhere FK-Ausstattung sogar zu einer höheren Rendite führen kann, zeigt der sogenannte Leverage-Effekt. Eine niedrige FK-Quote kann zudem ein Indikator für versäumte Anpassungsmaßnahmen, Wachstumschancen und Investitionsmöglichkeiten sein.

 

Damit ist klar, dass auch hier die Grundregel der Bilanzanalyse gilt: Sinnvolle Aussagen sind nur im Zeit- oder Branchenvergleich oder unter Analyse weiterer Faktoren neben den Kennzahlen möglich.

Kennzahlen zur Kapitalstrukturanalyse

Eigenkapitalquote

=

Eigenkapital / Gesamtkapital x 100

Statischer Verschuldungsgrad

=

Fremdkapital / Eigenkapital x 100

Fremdkapitalquote (sog. Anspannungsgrad)

=

Fremdkapital / Gesamtkapital x 100

Laut einer Studie der KfW lag die durchschnittliche Eigenkapitalquote deutscher mittelständischer Unternehmen 2018 insgesamt bei 30,0 %, die des verarbeitenden Gewerbes bei 38,1 %, die des traditionell eigenkapitalschwachen Baugewerbes bei 14,0 % und die des Dienstleistungsgewerbes bei 32,7 %.