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Betriebswirtschaftslehre (Mündliche Prüfung) - Ansatzkorrekturen

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Betriebswirtschaftslehre (Mündliche Prüfung)

Ansatzkorrekturen

Die Bilanzposten werden zu Gruppen verdichtet. Die Vermögensseite (Anlage-             und Umlaufvermögen) wird nach Liquiditätsgesichtspunkten gegliedert.

Die Kapitalseite wird so dargestellt, dass die Herkunft und die Fristigkeit erkennbar sind. Notwendige Ansatzkorrekturen führen gleichzeitig auch zu Gliederungskorrekturen. Regelmäßig werden insbesondere folgende Änderungen des handelsrechtlichen Jahresabschlusses vorgenommen:

 

a) Geschäfts- oder Firmenwert

Der Geschäfts- bzw. Firmenwert wird einem Vermögensgegenstand gleichgestellt, § 246 Abs. 1 S. 4 HGB. Die Bewertung erfolgt mit den AK abzüglich der planmäßigen Abschreibungen, § 253 Abs. 1 HGB. Die betriebliche Nutzungsdauer ist im Anhang darzustellen, § 285 Nr. 3 HGB. Kann keine Nutzungsdauer nicht verlässlich geschätzt werden, erfolgt die Verteilung der AK auf 10 Jahre, § 253 Abs. 3 S. 3 HGB. Der in der HB ausgewiesene Firmenwert wird, da er nicht einzeln verwert- bzw. veräußerbar ist, für Zwecke der Bilanzanalyse gegen das Eigenkapital gekürzt.

b) Forderungen an Gesellschafter

Die GmbH muss Forderungen an Gesellschafter gesondert ausweisen (oder im Anhang angeben). Werden sie in der Bilanz angesetzt, so muss die Eigenschaft vermerkt werden (§ 42 Abs. 3 GmbHG). Diese Forderungen sowie eingeforderte Nachschüsse sind mit dem Eigenkapital zu verrechnen (Bilanzkürzung).

c) Aktive Rechnungsabgrenzungsposten Zu unterscheiden ist zwischen:

  • Nach § 274 HGB sind die latenten Steuern nun unter gesonderten Posten in der Bilanz auszuweisen. Die wahlweise anzusetzenden aktiven latenten Steuern sind (bei Ansatz) unter dem Posten „Aktive latente Steuern“, die grds. verpflichtend anzusetzenden passiven latenten Steuern unter dem Posten „Passive latente Steuern“ auszuweisen. Die passiven latenten Steuern werden somit in ihrer Gesamtheit als Posten eigener Art eingestuft. Für die Jahresabschlussanalyse bleiben die passiven latenten Steuern grds. auch in der Strukturbilanz enthalten, während die aktiven latenten Steuern i. d. R. beim Eigenkapital gekürzt werden.
  • aktiviertem Disagio: Ist der Erfüllungsbetrag einer Verbindlichkeit höher als der Ausgabebetrag, so darf der Unterschied in die aktiven
  • Rechnungsabgrenzungsposten aufgenommen werden (§ 250 Abs. 3 HGB). Der Betrag ist am Rechnungsabgrenzungsposten und beim Eigenkapital zu kürzen (Bilanzkürzung).
  • Transitorische Aktiva: Die übrigen Rechnungsabgrenzungsposten, z. B. Vorauszahlungen für Mieten oder Versicherungen werden den kurzfristigen Forderungen zugerechnet (sog. Aktivtausch).

d) Pensions-Rückstellungen:

Pensions-Rückstellungen sind als langfristiges Fremdkapital auszuweisen (sog. Passivtausch).

e) Selbst geschaffene immaterielle Wirtschaftsgüter

Nach § 248 Abs. 2 S. 1 HGB dürfen bestimmte selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens in der Bilanz ausgewiesen werden (die Ausnahmen sind in § 248 Abs. 2 S. 2 HGB geregelt). Da es sich um ein Ansatzwahlrecht handelt, werden diese immateriellen Vermögensgegenstände meist nicht in die Strukturbilanz aufgenommen. Die Kürzung erfolgt beim Eigenkapital.