ZU DEN KURSEN!

Einkommensteuer - Höchstbetrag für Vorsorgeleistungen, § 10 Abs. 4 EStG

Kursangebot | Einkommensteuer | Höchstbetrag für Vorsorgeleistungen, § 10 Abs. 4 EStG

Einkommensteuer

Höchstbetrag für Vorsorgeleistungen, § 10 Abs. 4 EStG

Für die Vorsorgeleistungen im Sinne des § 10 Abs. 1 Nr. 3 sowie Nr. 3a) EStG regelt § 10 Abs. 4 EStG den abzugsfähigen Höchstbetrag.

Für Selbständige greift hier der Höchstbetrag von 2.800 EUR.

Insbesondere für Arbeitnehmer und Beamte gilt ein Höchstbetrag von 1.900 EUR, da beispielsweise für Arbeitnehmer der Arbeitgeber Leistungen im Sinne des § 3 Nr. 62 EStG erbringt (steuerfreier AG-Anteil der Rente) bzw. Beamte teilweise einen Anspruch auf Erstattung der eigenen Krankheitskosten gegenüber ihrem Dienstherrn haben.

Im Falle der Zusammenveranlagung ist der Höchstbetrag aus der Summe der für den jeweiligen Ehegatten/Lebenspartner geltenden Höchstbetrag zu bilden, § 10 Abs. 4 S. 3 EStG.

Übersteigen jedoch die tatsächlich angefallenen Vorsorgeaufwendungen i. S. d. § 10 Abs. 1 Nr. 3 EStG (sogenannte Basisversorgung) den maßgeblichen Höchstbetrag, sind die tatsächlichen Vorsorgeaufwendungen i.S.d. § 10 Abs. 1 Nr. 3 EStG abzuziehen und die sonstigen Vorsorgeaufwendungen i.S.d. § 10 Abs. 1 Nr. 3a EStG bleiben außer Ansatz, § 10 Abs. 4 S. 4 EStG.

Beispiel

Hier klicken zum Ausklappen

Der selbständig tätige Zahnarzt Z zahlt an eine private Krankenversicherung Beiträge von insgesamt 2.600 EUR, wovon 10 % auf Komfortleistungen entfallen. Außerdem wendet er 200 EUR an Beiträgen für eine Pflegepflichtversicherung und 300 EUR an Beiträgen für Unfall-, Haftpflicht- und Erwerbsunfähigkeitsversicherungen auf.

Basiskrankenversicherung (90 % von 2.600 EUR) 2.340 EUR  
Pflegeversicherung   200 EUR 
Summe Basisabsicherung § 10 Abs. 1 Nr. 3 EStG2.540 EUR2.540 EUR
weitere sonstige Vorsorgeaufwendungen (10 %
Komfortleistung KV = 260 EUR + 300 EUR Rest)
 560 EUR
Summe aller Vorsorgeaufwendungen im Sinne des
§ 10 Abs. 1 Nr. 3 und 3a EStG:   
 3.100 EUR
Höchstbetrag nach § 10 Abs. 4 EStG  2.800 EUR
mindestens abziehbar (Basisabsicherung)  2.540 EUR
also insgesamt abziehbar vorliegend nach § 10 Abs. 4 EStG  2.800 EUR

Darstellung der Ermittlung bei Ehegatten/Lebenspartnern:

Beispiel

Hier klicken zum Ausklappen

Eheleute M und F sind verheiratet und werden zusammen veranlagt. M verdient sein Geld als Arbeitnehmer in der Privatwirtschaft, F ist nicht berufstätig und mit M in der gesetzlichen Krankenversicherung familienversichert.

Es wurden die folgenden Aufwendungen geleistet:

M: 
AN-Beitrag KV inkl. Krankengeldbeitrag3.350 EUR
AN-Beitrag PV1.300 EUR
Beitrag Haftpflichtversicherung1.000 EUR
F: 
keine Beiträge insoweit0 EUR
Summe der angefallenen Aufwendungen5.650 EUR
Höchstbetrag § 10 Abs. 4 EStG: 
M:1.900 EUR
F:1.900 EUR
Summe3.800 EUR

mindestens nach § 10 Abs. 4 S. 4 EStG jedoch
Basisversorgung, d. h. KV+PV ohne Krankengeld

(3.350 EUR x 96%=)

3.216 EUR

Summe der So. Vorsorgeaufwendungen

(KV 3.216 EUR + PV 1.300 EUR=)

4.516 EUR
somit als SA nach § 10 Abs. 4 Satz 4 EStG abziehbar4.516 EUR
Die Beiträge zu der haftpflichtversicherung können nach § 10 Abs. 4 Satz 4 EStG nicht mehr berücksichtigt werden, da die Höchstbeträge nach § 10 Abs. 4 Satz 1 EStG (insg. von 3.800 EUR) mit den Ausgaben für die Basisversorgung ausgeschöpft sind.