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Mündliche Steuerberaterprüfung

Empfehlungen für den Kurzvortrag

Anrede der Prüfungskommission

Es ist üblich, dass der Teilnehmer die Prüfungskommission anspricht.

Sprechen Sie die Prüfungskommission wie folgt an: „Herr Vorsitzender, meine Damen (wenn vertreten) und Herren ...“. Die Förmlichkeit sollte keinesfalls übertrieben werden („Sehr geehrter Herr Vorsitzender, meine sehr verehrten ...“! usw.).

Bedenken Sie, dass einzelne Mitglieder der Prüfungskommission über Wochen hinweg werktäglich vier bis fünf solcher Vorträge anhören. Man kann sich vorstellen, dass dabei nicht auch noch auf übertriebene Förmlichkeiten Wert gelegt wird.

Manche Teilnehmer klagen darüber, dass sie während ihres Fachvortrags trotz aller Bemühungen mit den Prüfern keinen Blickkontakt aufnehmen konnten, weil diese mit versteinerter Miene irgendwohin schauen, nur nicht auf den irritierten Teilnehmer. Wir raten Ihnen trotzdem, gezielt zu den Prüfern zu sprechen. Wenn es Ihnen gelingt, mit einem oder mehreren Prüfern in Blickkontakt zu kommen, dann sollten Sie die betreffenden Damen oder Herren „zu Ihren Gesprächspartnern“ machen, sie also „nicht mehr aus den Augen lassen“. Lassen Sie sich keinesfalls von einem oder mehreren Prüfern entmutigen, die permanent auf ihre eigenen Fußspitzen oder an die Decke schaut. Oft geschieht dies, weil sie die Teilnehmer nicht irritieren wollen.

Aus einem Protokoll: „Beim Kurzvortrag waren alle Prüfer sehr aufmerksam und haben teilweise zustimmend genickt."

Angabe der Gliederung des Vortrags

An diesen Einleitungssatz sollte sich unbedingt eine kurze Gliederung des Vortrags anschließen. Von vielen Mitgliedern der Prüfungskommissionen wissen wir, dass sie die vorangestellte Gliederung unbedingt erwarten, soll eine befriedigende oder gar gute Note vergeben werden. Es wurde uns sehr häufig berichtet, dass alle sechs Prüfer synchron auf ihrem Merkzettel ein Pluszeichen anbrachten, als der Teilnehmer seinen Vortrag mit der einleitenden Aussage begann: „Ich gliedere die Ausführungen zu dem von mir gewählten Thema wie folgt: ". Dieser Einstieg ist die „captatio benevolentiae“ (lat. für: „Werben um Wohlwollen“ der Zuhörer), die Sie nicht verschenken sollten. Schon aus Gründen der Zeitersparnis erscheint es ratsam, dieses Voranstellen der Gliederung so kurz als möglich zu fassen.

Hinweis

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Wir empfehlen den Einleitungssatz: „Ich habe für meinen Kurzvortrag das Thema „...“ (Beispiel: „Die Rechnungsstellung und ihre Bedeutung für den Vorsteuerabzug“) gewählt.“

Abschließendes, zusammenfassendes Resümee des Vortrags

Für die resümierende Zusammenfassung der Kernaussagen des Vortrags und/oder eine abschließende Anmerkung ist wichtig, dass Sie deutlich erkennen lassen, wenn Sie zum Schluss Ihres Kurzvortrags kommen.

Beispiel

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„Zum Ende meines Kurzvortrags möchte ich noch einmal betonen: Eine effektive Bekämpfung der Schwarzarbeit und damit zusammenhängender Steuerhinterziehung musste zwangsläufig zu hohen formalen Anforderungen an eine ordnungsgemäße Rechnung als Voraussetzung für den Vorsteuerabzug des Leistungsempfängers führen. Die Rechnung ist sowohl beim leistenden Unternehmer als Rechnungsaussteller als auch beim Leistungsempfänger Anknüpfungspunkt für Kontrollmaßnahmen der Finanzbehörden. Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit!“

Ebenso wie die ersten Sätze von besonderem Gewicht sind, mit denen Sie den Einstieg in das Thema Ihres Referats bestreiten, hängt auch viel davon ab, dass Sie Ihren Vortrag überzeugend abschließen. Wir raten Ihnen, den Einleitungs- und den Schlusssatz im Stichwortmanuskript ausformuliert niederzuschreiben und, falls es der Überwindung der anfänglichen Nervosität und einem überzeugenden Schluss des Vortrags dient, wörtlich wiederzugeben (d. h. ggf. abzulesen).

Die ausformulierten abschließenden Ausführungen im Kurzvortrag schützen Sie auch davor, mit einem unvermittelten „Mehr fällt mir zu meinem Thema nicht mehr ein" einen bis dahin passablen Eindruck wieder zunichtezumachen. Oder noch schlimmer: „Ich bin jetzt am Ende" sowie „Das war's!".

Auftreten und Körpersprache

Mit dem Kurzvortrag stellen Sie sich der Prüfungskommission als angehender Steuerberater vor. In der schriftlichen Prüfung haben Sie bewiesen, dass Sie die fachlichen Kenntnisse zur Ausübung des Berufes als Steuerberaters haben. Können Sie allerdings selbstbewusst und souverän einen eigenen Mandantenstamm betreuen? Hiervon möchte sich die Prüfungskommission bei der mündlichen Prüfung überzeugen.

Treten Sie also mit einem selbstbewusst vorgetragenen Kurzvortrag auf, selbst wenn Ihnen das Thema nicht so wohl ist. Dies sollte sowohl Ihre klare, deutliche Aussprache in normaler Lautstärke vermitteln als auch Ihre aufrechte Körperhaltung. Vorsicht – wirken Sie dennoch nicht überheblich.

Selbstbewusstsein und Selbstsicherheit sollten Sie in Ihrem ganzen Auftreten vor der Prüfungskommission an den Tag legen – nicht im Sinne von „was kostet die Welt“, sondern im Sinne von „ich habe mich auf diese Prüfung - mit großem zeitlichen Aufwand - vorbereitet und werde die Prüfung bestehen“. Dies sollte vor allem darin zum Ausdruck kommen, dass Sie bis zum letzten Prüfungsabschnitt „dranbleiben“, dass Sie um das Bestehen der Prüfung „kämpfen“. Ein Protokoll von einer mündlichen Prüfung, die von allen vier Teilnehmern erfolgreich absolviert wurde, gibt die folgende Schlussbemerkung des Kommissionsvorsitzenden wieder: „Sie alle haben auch deshalb bestanden, weil Sie die ganze Zeit um den Prüfungserfolg gekämpft haben und auch in der letzten Befragungsrunde noch topfit waren“.