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Mündliche Steuerberaterprüfung - Befragung in den sechs Abschnitten der mündlichen Prüfung nach § 26 Abs. 3 DVStB

Kursangebot | Mündliche Steuerberaterprüfung | Befragung in den sechs Abschnitten der mündlichen Prüfung nach § 26 Abs. 3 DVStB

Mündliche Steuerberaterprüfung

Befragung in den sechs Abschnitten der mündlichen Prüfung nach § 26 Abs. 3 DVStB

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Die Prüfungsgebiete in den sechs Prüfungsabschnitten

Nach einer Pause, die sich an den ersten Prüfungsabschnitt anschließt – die Prüfungskommission bewertet in diesem kurzen Zeitraum die einzelnen Kurzvorträge –, wird die mündliche Prüfung mit den weiteren sechs Prüfungsabschnitten fortgesetzt. Ein „Prüfungsabschnitt ist jeweils die gesamte Prüfungstätigkeit eines Mitglieds des Prüfungsausschusses während der mündlichen Prüfung“ (§ 26 Abs. 3 S. 3 DVStB). Es werden Fragen aus den acht Prüfungsgebieten des § 37 StBerG gestellt:

  1. Steuerliches Verfahrensrecht sowie Steuerstraf- und Steuerordnungswidrigkeitenrecht,
  2. Steuern vom Einkommen und Ertrag,
  3. Bewertungsrecht, Erbschaftsteuer und Grundsteuer,
  4. Verbrauch- und Verkehrssteuern, Grundzüge des Zollrechts,
  5. Handelsrecht sowie Grundzüge des Bürgerlichen Rechts, des Gesellschaftsrechts, des Insolvenzrechts und des Rechts der Europäischen Union,
  6. Betriebswirtschaft und Rechnungswesen,
  7. Volkswirtschaft,
  8. Berufsrecht

Wie in § 37 Abs. 3 S. 2 StBerG bestimmt, müssen nicht sämtliche acht Prüfungsgebiete Gegenstand der Prüfung sein.

 

Beispiel einer Sitzordnung:

Prüfer

Prüfer

Vorsitzender

Prüfer

Prüfer

Prüfer

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Prüfling A

Prüfling B

Prüfling C

Prüfling D

Wie Sie dem Beispiel einer Sitzordnung entnehmen können, sitzen sich Prüfer und Prüflinge gegenüber und dies auf relativ engem Raum: Bei einer Tiefe von 75 cm je Tisch und zwei Tischen beträgt der Abstand gerade einmal 1 ½ Meter. Die genaue Sitzordnung der Prüfer ist von Steuerberaterkammer zu Steuerberaterkammer unterschiedlich. Wenn Sie die Möglichkeit haben, Einzelheiten des Prüfungsraums und die Sitzordnung für die Prüfung bei Ihrer Steuerberaterkammer in Erfahrung zu bringen, sollten Sie sich informieren.

Die Sitzordnung auf der Seite der Prüfungsteilnehmer ist von Steuerberaterkammer zu Steuerberaterkammer verschieden. Meist werden die Teilnehmer in alphabetischer Reihenfolge gesetzt, teilweise bestimmen die in der schriftlichen Prüfung erzielten Noten die Sitzordnung, teilweise auch die Reihenfolge, in der die Kandidaten den mündlichen Kurzvortrag gehalten haben.

 

Hohe Anforderungen an die Konzentration der Teilnehmer über mehrere Stunden

Nach abgelegter mündlicher Prüfung berichten uns fast alle Teilnehmer übereinstimmend, die Befragung in den weiteren sechs Prüfungsabschnitten erfordere ein außerordentlich hohes Maß an Konzentration über einen Zeitraum von drei bis vier Stunden. Darauf muss man sich in den Tagen unmittelbar vor der mündlichen Prüfung einstellen. Man sollte versuchen, nicht bis zur letzten Stunde vermeintliche oder tatsächliche Wissenslücken schließen zu wollen. Im Mündlichen ist nicht so sehr Detailwissen als vielmehr die Fähigkeit zum Mitdenken, rasches Erfassen von Sachverhalten und Fragestellungen des Prüfers, Weiterentwickeln von gefundenen Lösungsansätzen usw. gefragt. Man sollte auf jeden Fall ausgeruht zur mündlichen Prüfung erscheinen. Nervosität ist für fast alle unvermeidlich; machen Sie sich klar, dass Ihre Mitstreiter in demselben Maße angespannt und nervös sind wie Sie selbst.

Es ist vor allem davon abzuraten, sich in den Tagen und Nächten vor der mündlichen Prüfung mit schweren Beruhigungs- und/oder Schlafmitteln vollzupumpen. Ein längerer abendlicher Spaziergang ohne Fachgespräch, anschließend ein Glas Bier oder guter Rotwein beruhigt die Nerven und verhilft zu „traumlosem“ Schlaf. Dazu ein Protokollant: „Der in der Vorbereitung auf die mündliche Prüfung oft gehörten Empfehlung, nicht bis zum letzten Abend vor der Prüfung und bis zur psychischen Erschöpfung höchstrichterliche Rechtsprechung in sich hineinstopfen zu wollen, kann ich im Rückblick auf meine Prüfung vollkommen beipflichten."

In fast jedem Protokoll wird der Eindruck wiedergegeben, dass Kandidaten mit belastenden Noten aus der schriftlichen Prüfung von 4,16 bis 4,50 – und das sind in der Regel mehr als die Hälfte der Teilnehmer – nur dann gute Aussichten auf das Bestehen der Prüfung hätten, wenn sie bis zum letzten Prüfungsabschnitt „dranbleiben“ und um das Bestehen der Prüfung „kämpfen“. Die von Protokollanten mit Abstand am häufigsten gegebene Empfehlung an Teilnehmer, die die mündliche Prüfung noch vor sich haben, ist „kämpfen, kämpfen, kämpfen ..." Schneiden Sie in einer Fragerunde nach Ihrem eigenen Eindruck schlechter ab, dürfen Sie sich auf keinen Fall aufgeben. Sie können in Ihrer Anspannung und Nervosität Ihre Prüfungsleistung weder zum Positiven noch zum Negativen hin richtig einschätzen. Sie haben bis zur letzten Frage die Chance, die Prüfung zu bestehen.

Aus einem Protokoll einer mündlichen Prüfung: „Auch wenn Sie es vielleicht nicht mehr hören können: Kämpfen bis zum Schluss, vor allem in den Prüfungsabschnitten 5 und 6 ist Kampfgeist gefragt! Niemals aufgeben und dem Kurzvortrag und den vorausgegangenen Prüfungsrunden gedanklich nicht nachhängen, sondern immer am Ball bleiben."

Ein Protokoll einer mündlichen Prüfung, die von allen vier Teilnehmern bestanden wurde, gibt die folgende Schlussbemerkung des Kommissionsvorsitzenden wieder: „Sie haben nur deshalb alle bestanden, weil Sie die ganze Zeit gekämpft haben und auch nach der Pause in den drei letzten Befragungsrunden noch topfit waren."

Fragen des Prüfers und Antworten des Teilnehmers

Die Art der Antwort, muss der Art der Fragestellung entsprechen. Stellt der Prüfer eine Ja/nein-Frage (sog. geschlossene Frage) oder will er einen bestimmten steuerrechtlichen, betriebswirtschaftlichen, volkswirtschaftlichen oder juristischen Begriff genannt haben (gezielte Frage), muss knapp und präzise geantwortet werden. In einem von einem erfahrenen Prüfer geführten Prüfungsgespräch wird es aber nur gelegentlich und nur am Rande um die bloße Benennung von Begriffen gehen. Ihnen wird in der Regel die Aufgabe gestellt, die Lösung zu einem steuerrechtlichen, bilanzrechtlichen, juristischen oder betriebswirtschaftlichen Sachverhalt zu erarbeiten. Hier ist nicht die knappe und präzise Angabe des Ergebnisses der steuerrechtlichen usw. Beurteilung gefragt; Sie sollen vielmehr die Lösung entwickeln. Sie sollten im „Gutachtenstil“ in der gebotenen und möglichen Ausführlichkeit die gesetzlichen Voraussetzungen für die daraus abzuleitende steuerrechtliche, zivilrechtliche usw. Lösung darstellen. Wichtig ist nicht in erster Linie das steuerliche Ergebnis, sondern der Weg zum Ergebnis. Die Technik, die Erfolg verspricht lautet: Antworten in der mündlichen Prüfung sollten Sie in simulierten Prüfungssituationen einüben.

In einem Prüfungsabschnitt, den ein erfahrener Prüfer bestreitet, sollten Sie nie in die Situation kommen, dass Sie gar keine Antwort finden. Sie werden – zumindest – damit beginnen können, die gesetzlichen Voraussetzungen für eine als möglich erkannte Rechtsfolge darzustellen. Der Prüfer wird mit Zusatzfragen oder ergänzenden Hinweisen versuchen, Ihnen weiterzuhelfen. Dies ist dem Prüfer allerdings nicht möglich, wenn Sie nichts sagen oder sofort die „Weiß-ich-nicht-Karte" ziehen. Es ist daher so gut wie immer falsch, wenn Sie mit einer Antwort so lange zögern, bis die Frage an den nächsten Teilnehmer weitergegeben wird, oder ohne Umschweife erklären, die Frage nicht beantworten zu können. Der wohlgemeinte Rat von Prüfern: Der Teilnehmer sollte laut denken, er sollte sagen, was ihm spontan einfällt, er sollte keinesfalls in ein längeres, lähmendes Schweigen verfallen. Er sollte im Indikativ an den zu beurteilenden Sachverhalt herangehen, Antworten im Konjunktiv („ich würde sagen", „man könnte die Meinung vertreten, dass") verraten sehr deutlich Unsicherheit. Was meist von den Prüfern auch gerügt wird: „Sind Sie nun der Meinung, dass ..., oder sind Sie es nicht?". Notfalls sollten Sie bei einem unklar erscheinenden Sachverhalt zurückfragen.

Nur wer antwortet, kann Pluspunkte sammeln. Versuchen Sie zumindest eine Antwort, geben Sie dem Prüfer die Möglichkeit, an den Antwortversuch anzuknüpfen und Sie an die richtige Lösung heranzuführen. In sehr vielen Protokollen geben Teilnehmer aus den Erfahrungen ihrer mündlichen Prüfung den nach ihnen kommenden Teilnehmern den Rat, nach einer Schrecksekunde auf eine Frage, für die sie nicht sofort den richtigen Lösungsweg erkennen, eine Antwort anzugehen, mit der Zeit zum Nachdenken gewonnen wird:

  • Aufzählen der Tatbestandsvoraussetzungen der Rechtsnorm, deren Anwendung in Betracht kommt, und Versuch der Subsumtion des zu beurteilenden Sachverhalts unter die Norm,
  • Wiederholen des zu beurteilenden Sachverhalts, dass Ansätze zu dessen rechtlicher Beurteilung einleiten,
  • Anknüpfen an die Ausführungen des Teilnehmers, der zuvor befragt wurde,
  • Wiederholen der Frage des Prüfers mit anderen, auf eine Lösung hinführenden Worten, u.v.m.

Die in Protokollen gemachten allgemeinen Anmerkungen zur Prüfung geben häufig entsprechende Ratschläge für ein solches Verhalten in der mündlichen Befragung.

Nur für den Fall, dass Sie nach der Art der Fragestellung keine Antwort entwickeln können, dass also „auf den Punkt“ gefragt wird („Ja/nein-Frage“), sollten Sie ggf. sagen, dass Sie diese Frage nicht beantworten können, um den Prüfer nicht mit unsinnigen Ausführungen gegen sich aufzubringen.

Sie sollten bei den Befragungsrunden falls notwendig die Steuergesetze, die Steuerrichtlinien und die Texte von BGB, HGB, StBerG und ggf. der Berufsordnung (BOStB) benutzen. Zu diesem Zweck stehen sie – jedenfalls bei den meisten Steuerberaterkammern – auf dem Tisch. Wenn ein Prüfer eine Frage nach einer gesetzlichen Regelung beantwortet haben will, ohne dass der Befragte den Gesetzestext zu Hilfe nimmt, dann wird er dies sagen. Sie haben zum Aufsuchen der Rechtsgrundlage in den Texten der Gesetze und Richtlinien Zeit, wenn die Frage zunächst an einen der „Mitstreiter“ gestellt worden ist. Sie sollten allerdings darauf achten, sich nicht aus dem laufenden Prüfungsgespräch auszuklinken. Teilweise wird den Teilnehmern gesagt, sie dürften die Gesetzestexte usw. nur benutzen, wenn dies vom jeweiligen Prüfer ausdrücklich erlaubt wird.

Es wird bei den einzelnen Steuerberaterkammern unterschiedlich gehandhabt, ob und ggf. in welchem Umfang Gesetzestexte benutzt, werden dürfen. Wohl in der Mehrzahl der Prüfungstermine sagt der Vorsitzende der Prüfungskommission, dass in den Prüfungsabschnitten die Gesetzestexte benutzt werden dürfen. Gelegentlich wird aber auch berichtet, dass angesagt werde, die Gesetzestexte dürften nur benutzt werden, wenn der Prüfer dies ausdrücklich zulässt. Es kommt aber wohl auch vor, dass ein Prüfer bei Beginn seiner Befragungsrunde bestimmt, dass die Gesetzestexte nicht benutzt werden dürfen. Auch wenn man kein Verständnis dafür aufbringen kann: Sie müssen sich daranhalten.

Aus zahlreichen mündlichen Prüfungsterminen ist von Prüfungsteilnehmern berichtet worden, dass Prüfer sehr gezielt nach steuerrechtlichen, betriebs- und volkswirtschaftlichen oder juristischen Begriffen gefragt hätten. Unzutreffende oder ungenaue Antworten seien ganz offenbar übelgenommen worden. Wie bereits ausgeführt, sind die Prüfer in der Mehrzahl Juristen. Soweit Ihnen das möglich ist, sollten Sie sich um die zutreffende Verwendung der termini technici bemühen.

Versuchen Sie sich Ihre Nervosität nicht mehr als unvermeidlich anmerken zu lassen und treten Sie in der gebotenen Weise selbstsicher auf. Sprechen Sie mit sicherer Stimme, ausreichend vernehmlich (laut) und nicht überhastet. Für viele sicherlich leichter gesagt als getan. Wir können Ihnen nur mit allem Nachdruck anraten, sich mental auf den Prüfungsdruck vorzubereiten und einzustellen, um so damit besser fertigzuwerden. Was das selbstsichere Auftreten anbelangt: Nehmen Sie sich dies im Rahmen Ihrer Möglichkeiten für den Kurzvortrag und die anschließenden Prüfungsrunden fest vor.

Aus einem Protokoll: „Abschließend wurde vom Vorsitzenden nach Bekanntgabe des Ergebnisses angemerkt, dass der persönliche Eindruck neben der Beantwortung der Fragen der Prüfer eine wesentliche Rolle bei der Bewertung der Leistung des Prüflings gespielt habe.“ Deshalb der Rat des Protokollanten: Lassen Sie sich von falschen Antworten oder von Fragen, auf die Sie keine Antwort geben können, nicht aus der Ruhe bringen. Der einzelne Prüfer weiß, dass der Kandidat nicht alle Fragen beantworten kann.