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Mündliche Steuerberaterprüfung - Einwendungen, Niederschrift, Ergebnisverkündung

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Mündliche Steuerberaterprüfung

Einwendungen, Niederschrift, Ergebnisverkündung

Sollten Sie während der Vorbereitung auf den Kurzvortrag oder während der restlichen mündlichen Prüfung durch äußere Einflüsse gestört worden sein (z. B. Baulärm), machen Sie umgehend, spätestens bis zum Ende der mündlichen Prüfung, Einwendungen gegen den Ablauf der Prüfung gegenüber der aufsichtführenden Person oder dem Vorsitzenden des Prüfungsausschusses geltend. Dies hat noch nicht zur Folge, dass das Ergebnis der Prüfung in Frage gestellt wird. Allerdings haben im Falle einer Auseinandersetzung mit der Steuerberaterkammer erst später geltend gemachte Einwendungen kaum bis kein Gewicht. Für Bewerber, welche die Prüfung nicht bestanden haben, besitzt eine fristgerechte Einwendung daher durchaus Bedeutung.

Nach Abschluss der Prüfung ist vom Prüfungsausschuss eine Niederschrift zu fertigen. Hierin werden die Namen der Beteiligten, das Prüfungsergebnis und seine Bekanntgabe an die Bewerber, ein geltend gemachtes Begehren und die Behandlung der Bekanntgabe der tragenden Gründe für das Nichtbestehen eines Teilnehmers sowie besondere Vorkommnisse festgehalten. Das Prüfungsergebnis wird nach Abschluss der letzten Beratung des Prüfungsausschusses bekanntgegeben. Im Idealfall werden sofort alle Kandidaten gemeinsam in den Raum des Ausschusses gebeten, denn dann haben alle Bewerber bestanden. Sollte ein Bewerber hingegen nicht bestanden haben, wird diese Person meist zuerst einzeln hereingebeten. Ihr wird das Nichtbestehen mitgeteilt und meistens auch ohne besondere Aufforderung begründet. Weiterhin kann eine schriftliche Begründung beantragt werden. In diesem Fall erhält der durchgefallene Teilnehmer einen Auszug der Niederschrift.

Sollten Sie durchgefallen sein, können Sie bei der Steuerberaterkammer ein Überdenkungsverfahren gem. § 29 DVStB beantragen, wenn die Entscheidung über das Ergebnis der Prüfung noch nicht bestandskräftig ist. Wichtig ist, dass Sie begründete Einwendungen gegen die Prüfung bzw. das Prüfungsergebnis vorbringen. Hier sind einerseits formale Verstöße zu kritisieren (z. B. Rahmenbedingungen, Zusammensetzung des Prüfungsausschusses). Andererseits kann auf der fachlichen Ebene argumentiert werden, um zu beweisen, dass die Beurteilung der Prüfungskommission unzutreffend war. Die Erfolgsaussichten in diesem Bereich sind jedoch erfahrungsgemäß gering. Denn den Prüfern wird eine weitgehende Autonomie hinsichtlich der Themenauswahl und der Beurteilung zugestanden. So ist es bspw. nicht verwerflich, wenn i. R. der Einkommensteuer nur Sonderausgaben geprüft werden.

Neben dem Überdenkungsverfahren – und vollkommen unabhängig hiervon – steht Ihnen noch die Möglichkeit einer Anfechtungsklage vor dem Finanzgericht offen. Hierbei sind die gerichtlichen Klagefristen zu beachten. Die Inhalte der Klagebegründung sollten formal und/oder fachlich substantiiert sein. Abschließend ist darauf hinzuweisen, dass die Klagefristen nicht durch das Überdenkungsverfahren beeinflusst werden (keine Anlauf- oder Ablaufhemmung). Daher wird es oftmals der Fall sein, dass Ihnen die Ergebnisse des Überdenkungsverfahrens vor Ablauf der Klagefrist nicht vorliegen. Sollten Sie alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen wollen, ist von vorneherein ein paralleles gerichtliches und außergerichtliches Vorgehen zu planen. Auch die Einholung juristischen Rats (mit den hiermit verbundenen Kosten) ist zu erwägen.