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Mündliche Steuerberaterprüfung - Empfehlungen für die Einarbeitung des Inhalts des Vortrags und für die Erstellung der Gliederung

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Mündliche Steuerberaterprüfung

Empfehlungen für die Einarbeitung des Inhalts des Vortrags und für die Erstellung der Gliederung

Bei der Vorbereitung des KurzVortrags sind die wesentlichen Gesichtspunkte des Vortragsthemas in eine systematisch-logische Folge zu bringen und in Stichworten in einer Gliederung festzuhalten. Die Anfertigung einer schriftlichen Gliederung ist unbedingt zu empfehlen, weil mit der stichwortartigen Gliederung erreicht wird, dass man während des Vortrags nicht „den Faden verliert“. Nach unserer Kenntnis lassen es alle Prüfungskommissionen zu, dass der Kandidat diese Gliederung bei seinem Vortrag als Orientierung benutzt.

Nicht zugelassen wird dagegen das Ablesen eines ausformulierten Manuskripts; einmal reicht die Vorbereitungszeit für die Anfertigung eines solchen Manuskripts bei einer einigermaßen erschöpfenden Erörterung des Themas nicht aus, zum anderen soll der Kandidat mit dem Kurzvortrag dartun, dass er ein Fachthema in einem vorgegebenen zeitlichen Rahmen abhandeln und mündlich vortragen kann. Hinweis auf Tz. 5 des Merkblatts NRW, Anhang 3: Selbst bei der Wiedergabe des Inhalts einer gesetzlichen Bestimmung wird verlangt, dass der Kandidat den Inhalt der Bestimmung mit eigenen Worten vorträgt.

Für denjenigen, der sich’s zutraut: In einem Protokoll einer mündlichen Prüfung vermerkt der Protokollant, dass einer der Teilnehmer seinen Kurzvortrag ohne Zuhilfenahme von Notizen vollständig freigehalten habe. Bei der Prüfungskommission sei dies sehr gut angekommen.

Einige Steuerberaterkammern erlauben es, dass Sie zur Prüfung eigene (noch nicht beschriebene) Karteikarten mitbringen und benutzen. Fragen Sie im Bedarfsfall bei der für Sie zuständigen Steuerberaterkammer nach.

Was die Erarbeitung des Inhalts des Kurzvortrags anlangt, sollen hier nur allgemeine, formale Hinweise gegeben werden: Der Kurzvortrag ist mit

  • einleitenden Ausführungen zu beginnen, die zum Hauptteil des Vortrags hinführen, den systematischen Zusammenhang einer zu erläuternden Vorschrift darlegen oder von aktuellen Ereignissen her (Ereignisse finanzpolitischer, wirtschaftspolitischer oder sonst für das Thema bedeutsamer Art, die gegenwärtige Eurokrise, eine Grundsatzentscheidung des BFH o. Ä.) die aktuelle Bedeutung des gestellten Themas erschließen.
    Es gilt hier dasselbe wie einstmals für den Schulaufsatz: Die Einleitung als die Hinführung vom „Allgemeinen“ des gestellten Themas zum „Besonderen“, vom „Besonderen“ zum „Allgemeinen“, das Anknüpfen an ein aktuelles Ereignis usw.
    Diese Einleitung des Kurzvortrags sollte so knapp wie möglich gehalten werden und allenfalls 5 bis 10 % des Vortrags (= 1/2 bis zu 1 Minute) ausmachen. Die einleitenden Ausführungen sollen nur zum Hauptthema hinführen: es genügen einige wenige Sätze.
  • Bei der Ordnung des Stoffs für den Hauptteil des Vortrags sollte zunächst darauf geachtet werden, dass er möglichst in nicht mehr als drei oder vier Hauptstichpunkte gegliedert wird. In der Rhetorik kennt man die „3-Punkte-Regel“: Der freisprechende Vortragende kann sich drei Gliederungspunkte sicher merken; erforderlichenfalls soll er den einzelnen Gliederungspunkt wiederum in bis zu drei Unterpunkte untergliedern. Die Bemühung um Beschränkung auf drei bis vier wesentliche Schwerpunkte des Themas kann den Kandidaten auch davor bewahren, zu viele Einzelheiten aneinanderzureihen und sich so zu verzetteln.

  • Es wird in aller Regel der Verständlichkeit und Klarheit eines Vortrags dienlich sein, einen Gedankengang mit einem Beispiel zu verdeutlichen. Mit einem kleinen Beispiel kann ein komplexer Sachverhalt und seine steuerrechtliche Beurteilung verständlich gemacht werden. Dabei ist darauf zu achten, dass der beispielhaft angeführte Sachverhalt und seine Beurteilung sehr kurz und präzise dargestellt werden müssen. Von Erläuterungen anhand eines Beispiels sollte jedoch sparsam Gebrauch gemacht werden (also keinesfalls eine bloße Aneinanderreihung von Beispielen). Dies ist schon wegen der zeitlichen Beschränkung des Kurzvortrags auf höchstens zehn Minuten (in Berlin: sieben Minuten) unbedingt ratsam. In vielen Protokollen wird vermerkt, dass Beispiele von den Prüfern sehr positiv aufgenommen wurden, da der Vortrag dadurch nicht allzu theoretisch-abstrakt ausfällt. Der Kurzvortrag sollte mit abschließenden Ausführungen (zeitlicher Umfang: allenfalls ½ Minute) beendet werden: Zusammenfassende Wertung mit der Wiederholung der wesentlichen Aspekte des Themas; wenn geboten, kritische Anmerkung zu einer dargestellten gesetzlichen Regelung, Notwendigkeit einer Änderung eines Rechtszustands durch den Gesetzgeber, Beantwortung einer Fragestellung, die am Beginn des Vortrags stehen könnte, usw.

Überprüfen Sie also, ob die Gliederung eines Vortragsthemas, welches Sie erarbeitet haben, in etwa diese Strukturierung aufweist. Schreiben Sie die Gliederung gut leserlich und nummerieren Sie die einzelnen Blätter.