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Mündliche Steuerberaterprüfung - Vorbereitung auf den Kurzvortrag für die münliche Prüfung

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Mündliche Steuerberaterprüfung

Vorbereitung auf den Kurzvortrag für die münliche Prüfung

Das Üben des Kurzvortrags stellt einen besonders wichtigen Schwerpunkt in der Vorbereitung auf die mündliche Prüfung dar. Es ist der - am weitaus häufigste gegebene - Ratschlag, den Teilnehmer nach erfolgreich abgelegter mündlicher Prüfung den nachfolgenden Prüflingen geben. Wir empfehlen jedem Teilnehmer, unbedingt eine Prüfungs- oder in diesem Fall eine Vortragssimulation! Das laute Sprechen während Vortrags und den Vortrag vor – möglichst sachkundigen – Zuhörern zu üben.

Prüflinge erwähnen immer wieder, am meisten habe ihnen das Üben des Kurzvortrags vor einer Videokamera gebracht.

Bei Nervosität und Angst helfen sogenannte Prüfungs- oder Vortragssimulationen. Ob nun mit Freunden, der Familie, Mitprüflingen oder Dozenten bleibt in erster Linie gleich. Es geht um eine möglichst realistische und prüfungsnahe Simulation. Zunächst beginnt man mit einfacheren Themen, um langsam in die Prüfungssituation einzusteigen. Später sollten Sie die Exoten-Themen und kniffligen Bereiche ansprechen, denn auch in der mündlichen Prüfung ist mit solchen Themen zu rechnen.

Hier kristallisiert sich oft sehr schnell heraus, wer an welchen Themenbereichen das Lernen noch intensivieren sollte oder welche Themen bereits gut verinnerlicht wurden.

Sobald Sie inhaltlich fit sind, arbeiten Sie an Ihrer Performance! Dies kann ebenfalls wieder im Plenum, aber auch allein vor dem Spiegel passieren. Wir raten Ihnen nehmen Sie sich auf! Dann können Sie nach der Simulation genau auf Ihre Körperhaltung eingehen, diese analysieren und kontinuierlich verbessern.

Stimme und Körper in Einklang zu bringen, ist die große Herausforderung in jeder Prüfungssituation. Das heißt auch, dass es sicherlich für (negative) Verwunderung sorgen wird, wenn die Stimme selbstsicher klingt und der Blick starr auf den Boden gerichtet ist.

Darauf müssen Sie achten:

Körperspannung

Was klingt wie aus einem Body-Workout-Kurs ist auch in der mündlichen Prüfung wichtig, aber Achtung. Auch gilt es das richtige Mittelmaß zu finden, um weder „stocksteif“ dazustehen noch einen zu lässigen Eindruck zu machen.

Körperhaltung

Der Kopf blickt Richtung Prüfkommission und ist gerade. Die Hände sind locker oder halten idealerweise etwas in der Hand, was später benötigt wird. Verschränkte Arme hingegen signalisieren eine Abwehrhaltung und das Spielen mit den Händen hinter dem Rücken lässt auf ein Geheimnis schließen.

Gesicht

Ein offener Blick in Richtung des Gesprächspartners (des Prüfers), ein freundlicher Gesichtsausdruck und leicht positive Gesichtszüge machen das perfekte Prüfungsgesicht. Das Pendant sieht so aus: Ein müder Blick, der gen Boden gerichtet ist, und auch die Mundwinkel hängen nach unten. Ebenso unerlaubt ist ein ungeduldiger, genervter oder gar missachtender Blick, wenn ein Mitprüfling etwas falsch macht oder länger braucht.

Dies sind essenzielle persönliche Bausteine, die bereits vor der Prüfung erledigt und optimiert werden können!

 

 

Schieben Sie den Beginn dieser Vorbereitungsarbeit keinesfalls auf, bis Ihnen das Ergebnis der schriftlichen Prüfung bekannt gegeben ist; in einigen Bundesländern geschieht dies bereits vor Weihnachten, in den übrigen Bundesländern erst Anfang Januar, in NRW im Regelfall erst Ende Januar. Wenn Sie sich wöchentlich vier bis fünf Themen vornehmen, dann kommen Sie bis Anfang/ Ende Januar auf 50 bis 60 vorbereitete Kurzvorträge. Häufiger, als man dies eigentlich erwarten möchte, berichten Teilnehmer, sie hätten das Glück gehabt, ein Vortragsthema angeboten bekommen zu haben, auf das sie vorbereitet waren.

Erarbeiten Sie sich die Routine im Kurzvortrag in einem Lernteam mit einem oder mehreren Mitprüflingen oder Kollegen. Viele Teilnehmer haben wenig Erfahrung mit mündlichen Vorträgen. Dabei verlangt gerade der Denk-/ Sprech-Vorgang viel Übung und Erfahrung. Wenn Sie keine Arbeitsgemeinschaft von Teilnehmern zusammenbekommen, sollten Sie versuchen, Kollegen, Familienangehörige oder Bekannte als Zuhörer zu gewinnen. Es ist keineswegs notwendig, dass das ganze Auditorium sachkundig ist.

Ein Protokollant nach bestandener mündlicher Prüfung: „Ich hatte das Glück, meine Frau zwei Wochen lang nach dem Aufstehen mit einem Kurzvortrag quälen zu dürfen." Und ein weiterer Protokollant: „Mir hat der Tipp unwahrscheinlich geholfen, sich beim Üben des Kurzvortrags mit einem CamCorder aufzunehmen. Zum einen konnte ich mich selbst mit den Augen der Prüfer sehen und so an Körpersprache, Sprechweise usw. arbeiten. Zum anderen war es möglich, den Inhalt des Vortrags zu analysieren. So habe ich Fehler und Ungenauigkeiten bemerkt, die mir zuvor nicht aufgefallen waren, und konnte diese korrigieren. Weiterer Nebeneffekt: Wiederholung von Prüfungsstoff."

Was mit dem Üben des Kurzvortrags erreicht werden soll:

  • Sie lernen, die Vorbereitungszeit von 30 Minuten für den Kurzvortrag richtig einzuteilen und zu nutzen: Auswahl eines Themas aus drei Themen, die in unserer Auflistung als Themen eines Prüfungstermins aufgeführt sind, Erarbeiten des Stoffs zum gewählten Thema, Gliederung und stichwortartige Niederschrift des Vortrags, Einprägen der wesentlichen Gesichtspunkte des Kurzvortrags.

  • Erarbeiten des Inhalts des Vortrags und Anfertigung der Gliederung in ca. 20 bis 25 Minuten, abschließendes, mehrfaches Durchdenken der Gliederung und des wesentlichen Inhalts des Vortrags (in den verbleibenden fünf bis zehn Minuten).

  • Sie lernen, das gewählte Thema zu erschließen und in der gebotenen Kürze darzustellen: Einführung in das Thema, Hauptteil des Vortrags mit Beschränkung auf Schwerpunkte des Themas, abschließende Ausführungen (Zusammenfassung, Kritik, Ausblick usw.).

  • Sie lernen, mit dem Vortrag Ihres Kurzvortrags das untere zeitliche Limit von ca. sechs bis acht Minuten und das obere Limit von höchstens zehn Minuten nicht zu unter- bzw. zu überschreiten (außerordentlich wichtig!). Teilnehmer berichten immer wieder, sie hätten ohne hinreichende Übung die von ihnen benötigte Zeit für den Kurzvortrag in keiner Weise zutreffend abschätzen können.

  • Sie finden heraus, welche Vortragsweise Ihnen „liegt“. Bilden Sie einfache Sätze und vermeiden Sie Schachtelsätze. Bemühen Sie sich um eine ungekünstelte, natürliche Sprechweise; wer Dialekt spricht, sollte nicht versuchen, ungewohntes Hochdeutsch zu sprechen. Sie sollten ruhig, nicht zu schnell, weder zu laut noch zu leise sprechen. Wie man einer schriftlichen Darstellung durch Absätze eine logische Struktur geben sollte, so ist auch ein mündlich vorgetragenes Referat durch bewusste kurze Sprech-Pausen zu strukturieren und damit für den Zuhörer verständlicher zu gestalten. Bedenken Sie, dass man bei Aufregung im Regelfall zu schnell spricht. Das Blatt mit den drei Themen, das in Hessen jedem Teilnehmer ausgehändigt wird, enthält die folgende „Anweisung“: „Der Vortrag ist so zu halten, dass er auch Nichtfachleuten verständlich ist. Er soll mindestens fünf Minuten dauern und keinesfalls zehn Minuten überschreiten." Es wird nicht einfach sein, etwa das Thema „Die Einführung einer Gesamtbetrachtungsweise bei der Vollverzinsung im Bereich der Umsatzsteuer de lege ferenda“ so zu halten, dass auch Nichtfachleute Ihre Ausführungen verstehen. Was Sie aber üben können und auch sollten: sich um eine Darstellung in einer einfachen, auch dem Nichtfachmann zugänglichen Sprache zu bemühen. Auch die Prüfer, die Ihnen zuhören müssen, werden Ihnen für ein solches Bemühen dankbar sein.

  • Sie werden die Entscheidung, welches von den drei in Ihrem Termin gestellten Themen Sie wählen sollten (kann ich mit einem verfahrensrechtlichen, zivilrechtlichen, volkswirtschaftlichen oder finanzwissenschaftlichen Thema etwas anfangen?), nicht mehr so sehr fürchten.
  • Je öfter Sie den Kurzvortrag vor kritischen Zuhörern üben, desto weniger wird Ihnen in diesem ersten Teil der mündlichen Prüfung der Prüfungsdruck zu schaffen machen. Beim Üben des Kurzvortrags simulieren Sie immer wieder die Prüfungssituation. Auch wenn es nebensächlich erscheint: Sie werden herausfinden, ob Sie den Kurzvortrag stehend oder sitzend halten sollten (was den Teilnehmern in allen Bundesländern freigestellt wird). Prüfungsteilnehmer haben nach erfolgreich abgelegter Prüfung dazu geraten, den Kurzvortrag, wenn möglich im Stehen vorzutragen, weil dies eher den Eindruck vermitteln könne, dass der angehende Steuerberater die Interessen seines Mandanten mit dem entsprechenden Nachdruck (mehr Möglichkeiten einer überzeugenden Körpersprache) vertreten könne (siehe Tz. 4 des Merkblatts NRW, Anhang 3). Laut Protokoll einer mündlichen Prüfung hat der Vorsitzende hierzu allerdings angemerkt, für das Stehen (während des Vortrags) gebe es keine Bonuspunkte.

Hinweis

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In Berlin soll der Vortrag mindestens fünf Minuten, aber höchstens sieben Minuten dauern.

Um nicht missverstanden zu werden: Gemeint ist eine Übung in der Erarbeitung des Kurzvortrags, die unter denselben Bedingungen wie in der Prüfung durchgeführt wird. Wählen Sie also aus einer der Themenkombinationen, die Sie auf der Themenliste vorfinden, das Ihnen geeignet erscheinende Thema aus, erarbeiten Sie den Inhalt des Kurzvortrags, erstellen Sie die Gliederung (Zeitaufwand insgesamt 30 Minuten) und nehmen Sie den Vortrag auf oder sprechen Sie ihn vor Ihrer Ersatzkommission (Zeitkontrolle, Sprechdauer mind. sechs bis acht Minuten, höchstens zehn Minuten, in Berlin: mind. fünf, höchstens sieben Minuten).

Wovon wir unbedingt abraten: Eine größere Zahl von Themen auszuarbeiten und im vollen Wortlaut über fünf bis zehn Seiten niederzuschreiben. Solche Übungen kosten zu viel Zeit und lassen Sie keine Erkenntnisse gewinnen, wie Sie mit dem mündlichen Kurzvortrag am Prüfungstag am besten zurechtkommen. Sie sollten so arbeiten, wie Sie es in der mündlichen Prüfung tun müssen. Wenn Sie es nicht lassen können: Arbeiten Sie ein Thema voll aus und tragen Sie es vor; Sie finden dabei heraus, wie viele Seiten bei normalem Sprechtempo einen Kurzvortrag von acht bis zehn Minuten (in Berlin: fünf bis sieben Minuten) ausmachen. Faustregel bei richtigem ruhigem Sprechtempo: etwa zwei Minuten für eine nicht zu eng beschriebene Seite DIN A 4.

Der Arbeitsaufwand, den Sie dem Kurzvortrag widmen, ist auch durch die damit verbundene intensive Befassung mit steuerrechtlichen, bürgerlich-rechtlichen, handelsrechtlichen, wirtschaftswissenschaftlichen, berufsrechtlichen und sonstigen Themen der mündlichen Prüfung gut angelegt. Sie sollten daher bei der Auswahl der Themen, die Sie in der empfohlenen Art und Weise für den Kurzvortrag bearbeiten, auf eine ausgewogene Wiederholung des prüfungsrelevanten Stoffs achten: Wer z. B. zehn bis 20 Kurzvorträge zu Themen aus AO und FGO erarbeitet, wiederholt eine ganze Menge Verfahrensrecht. Auf die Prüfungsfächer zutreffend verteilt, dienen Ihre Bemühungen um den Kurzvortrag zugleich der Wiederholung vieler wichtiger Themenbereiche des Steuerrechts und der sonstigen Prüfungsfächer.