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Mündliche Steuerberaterprüfung

Mündliche Prüfung

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Die mündliche Prüfung besteht aus einem Kurzvortrag und aus weiteren sechs Prüfungsabschnitten sogenannte „Prüfungsrunden“, die jeweils gesondert benotet werden.

Aus den Einzelnoten wird eine Gesamtnote gebildet nach § 27 DVStB. Die Steuerberaterprüfung ist bestanden, wenn die durch zwei geteilte Summe aus den Gesamtnoten für die schriftliche und mündliche Prüfung die Zahl 4,15 nicht übersteigt (bestätigt durch BFH-Urt. v. 6.3.2001 – VII R 38/00, BStBl II 2001, S. 370).

Dies bedeutet für einen Teilnehmer, der die schriftliche Prüfung mit einer Gesamtnote von 4,5 abgelegt hat, dass er eine Gesamtnote in der mündlichen Prüfung von 3,8 oder besser erreichen muss. Eine gute schriftliche Gesamtnote ist damit offensichtlich die perfekte Ausgangsbasis für die mündliche Prüfung. Allerdings sollten Sie in diesem Fall auch nicht übermütig werden. Zwar kommt es höchst selten vor, dass ein Kandidat mit einer schriftlichen Gesamtnote von 3,9 oder besser durchfällt, aber die Möglichkeit besteht trotzdem. Selbst bei einer schriftlichen Note, die rechnerisch keine Gesamtnote schlechter als 4,15 mehr zulässt, sollten Sie von extremer Arroganz oder gar Beleidigungen des Prüfungsausschusses Abstand nehmen; denn schließlich berät der Prüfungsausschuss abschließend über das Bestehen der Gesamtprüfung und könnte Ihnen auch in diesem Stadium noch Steine in den Weg legen.

Gleiches gilt, wenn Sie zur Mündlichen gar nicht erscheinen. In diesem Fall gilt die StB-Prüfung unabhängig von Ihrer schriftlichen Note als nicht bestanden. Daher gilt für alle Kandidaten, dass bei Erkrankung ein ärztliches Attest vorzulegen ist. Dies sollte umgehend im Erkrankungsfall eingeholt und schnellstmöglich bei der zuständigen Steuerberaterkammer eingereicht werden. Die Kammer kann in diesem Zusammenhang auch ein amtsärztliches Zeugnis verlangen. Besonders kritisch werden solche Fälle betrachtet, in denen Kandidaten zur mündlichen Prüfung erscheinen und sich – natürlich nur bei nicht bestandener Prüfung – per nachträgliches Attest für den vergangenen Prüfungszeitpunkt eine krankheitsbedingte Prüfungsuntauglichkeit bescheinigen lassen. In diesen Fällen muss vor allem dann Verständnis für den Zweifel des Prüfungsausschusses bekundet werden, wenn ein Kandidat in manchen Prüfungsabschnitten ausreichende Leistungen erbracht hat, somit eine grds. Prüfungsuntauglichkeit offenbar nicht bestand.

Nach § 28 Abs. 1 DVStB eröffnet der Prüfungsvorsitzende den Teilnehmern nach der Beratung, ob sie die Prüfung bestanden haben oder nicht.

Aus der Regelung in § 28 Abs. 1 DVStB über die Ermittlung des Ergebnisses folgt, dass die Ergebnisse aus der schriftlichen und der mündlichen Prüfung jeweils 50 % des Gesamtergebnisses ausmachen. Der mündlichen Prüfung kommt daher dasselbe Gewicht wie der schriftlichen Prüfung mit immerhin 18 Klausurstunden zu; sie ist damit im Verhältnis wesentlich stärker bewertet!

Übersicht über die Bestehensquoten in der mündlichen Prüfung in den Prüfungsjahren 2016/2017 bis 2020/2021

 

Bundesland

Prüfung 2020/2021

Prüfung 2019/2020

Prüfung 2018/2019

Prüfung 2017/2018

Prüfung 2016/2017

Baden-Württemberg

96,17%

95,21%

94,59 %

92,31 %

95,22 %

Nordbaden

97,62%

97,22%

95,06 %

88,71 %

97,62 %

Stuttgart

95,36%

94,15%

96,67 %

92,99 %

96,69 %

Südbaden

97,62%

97,22%

86,67 %

93,88 %

86,49 %

Bayern

87,75%

88,29%

86,70 %

84,60 %

83,96 %

München

86,57%

87,98%

84,16 %

82,09 %

80,76 %

Nürnberg

90,60%

89,23%

93,59 %

91,24 %

92,59 %

Berlin

98,65%

95,80%

96,08 %

92,66 %

93,90 %

Brandenburg

100,00%

100,00%

91,67 %

94,44 %

100,00 %

Bremen

100,00%

95,00%

96,43 %

100,00 %

90,00 %

Hamburg

89,47%

90,85%

88,55 %

88,64 %

94,06 %

Hessen

94,58%

99,00%

97,95 %

98,04 %

98,37 %

Meckl.-Vorpomm.

100,00%

100,00%

92,86 %

100,00 %

91,67 %

Niedersachsen

92,41%

88,89%

89,66 %

90,96 %

91,59 %

NRW

87,19%

89,26%

87,19 %

85,74 %

85,50 %

Düsseldorf

89,22%

86,99%

84,95 %

85,16 %

88,07 %

Köln

84,66%

90,50%

86,07 %

85,71 %

84,75 %

Westfalen-Lippe

87,04%

91,18%

91,30 %

86,56 %

83,33 %

Rheinland-Pfalz

98,04%

98,11%

93,44 %

96,67 %

100,00 %

Saarland

100,00%

95,00%

100,00 %

100,00 %

100,00 %

Sachsen

94,00%

96,55%

94,20 %

96,92 %

90,38 %

Sachsen-Anhalt

100,00%

100,00%

88,89 %

100,00 %

85,71 %

Schleswig-Holstein

91,49%

98,11%

94,12 %

88,33 %

90,24 %

Thüringen

95,45%

95,45%

95,00 %

86,96 %

94,12 %

An mündl. Prüfung teilgenommen (gesamt)

1990

2486

2638

2425

1921

Mündl Prüfung nicht bestand.

176

202

246

247

199

Bundesdurchschnitt mündliche Prüfung bestanden

91,16%

91,87%

90,67 %

89,81 %

89,64 %

Ladung und Ablauf der mündlichen Prüfung

In der Ladung zur mündlichen Prüfung durch die zuständige Steuerberaterkammer wird dem Teilnehmer Zeit und Ort der mündlichen Prüfung mitgeteilt. Bei denjenigen Steuerberaterkammern, bei denen mehrere Prüfungsausschüsse für die mündliche Prüfung bestehen, wird meist auch der Prüfungsausschuss bekannt gegeben.

Der Ablauf der mündlichen Prüfung wird durch §§ 26 bis 31 DVStB geregelt. Wie uns aus Protokollen über den tatsächlichen Ablauf der Prüfung in den vergangenen Jahren bekannt ist und uns von Prüfungsbehörden auch bestätigt wurde, ist ein im Wesentlichen identischer Ablauf der mündlichen Prüfung unter den Steuerberaterkammern abgesprochen.

Sofern Sie weder aufgrund eigener Erfahrung die Abläufe bereits kennen noch im Rahmen einer anderen Vorbereitungsmaßnahme über den Prüfungsablauf bei Ihrer Steuerberaterkammer im Einzelnen informiert worden sind, sollten Sie sich nach Möglichkeit von Kollegen, welche die Steuerberaterprüfung bei Ihrer Steuerberaterkammer bereits hinter sich haben, ins Bild setzen lassen. Weitgehend informieren Sie dazu auch die Protokolle aus mündlichen Prüfungen vom zurückliegenden Prüfungstermin 2020/2021.

Der die Prüfung betreuende Angestellte der Steuerberaterkammer lässt sich zunächst den Personalausweis vorlegen. In zeitlichem Abstand von zehn Minuten sitzen die Teilnehmer dann 30 Minuten über dem von ihnen gewählten Thema für den Kurzvortrag, um dann vor der Prüfungskommission aufzutreten. Bei einigen Steuerberaterkammern haben die Teilnehmer zur selben Uhrzeit zu erscheinen, erhalten zur selben Zeit die Themen für den Kurzvortrag - im Regelfall stehen drei Themen zur Auswahl - und bereiten sich auch in derselben halben Stunde auf den Kurzvortrag vor. Sie werden dann nacheinander zum Kurzvortrag gebeten. Nachdem sie ihren Kurzvortrag gehalten haben, haben sie im Aufenthaltsraum (soweit vorhanden) oder auf dem Flur zu warten, bis die Kurzvorträge gehalten sind und die anschließende kurze Beratung der Benotung erfolgt ist.

Wie § 26 Abs. 3 DVStB zum Ablauf der mündlichen Prüfung bestimmt, beginnt die mündliche Prüfung mit den Kurzvorträgen über einen Gegenstand der in § 37 Abs. 3 StBerG genannten Prüfungsgebiete.

Es schließt sich eine kurze Pause an die vier (oder fünf) Kurzvorträge an. Danach führen die sechs Mitglieder der Prüfungskommission ihre mündliche Befragung der Kandidaten durch. Dieser Teil der mündlichen Prüfung wird mit einer oder mehreren Pausen unterbrochen. Zumindest eine der Pausen ist so angelegt, dass man eine Kleinigkeit essen und ein Getränk zur Erfrischung zu sich nehmen kann.

Hinweis

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In München wird beispielsweise der Ablauf durch drei Pausen unterbrochen. Nach den Kurzvorträgen entsteht eine Pause von ca. zehn Minuten, während die Prüfungskommission die Benotung der Leistungen im Kurzvortrag berät. Nach den folgenden zwei Prüfungsabschnitten gibt es eine Pause von ca. 30 Minuten und nach zwei weiteren Abschnitten eine weitere Pause von etwa zehn Minuten.

 

ABLAUF DER MÜNDLICHEN PRÜFUNG

mit drei Pausen (z. B. München)

 

mit zwei Pausen (z. B. Berlin)

Kurzvortrag

 

Kurzvortrag

Pause

 

Pause

Befragungsrunde 1

 

Befragungsrunde 1

Befragungsrunde 2

 

Befragungsrunde 2

Pause

 

Befragungsrunde 3

Befragungsrunde 3

 

 

Befragungsrunde 4

 

Pause

Pause

 

Befragungsrunde 4

Befragungsrunde 5

 

Befragungsrunde 5

Befragungsrunde 6

 

Befragungsrunde 6

Verkündung des Ergebnisses

 

Verkündung des Ergebnisses

Hinweis

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Verlassen Sie sich bitte nicht auf eine Verpflegung vor Ort! Nehmen Sie sowohl heiße als auch kalte Getränke in ausreichendem Maß von zu Hause mit und denken Sie bitte auch an etwas Obst, ein belegtes Brötchen, Nüsse und einen Schokoriegel für alle Fälle!

Insbesondere wenn man vor der Prüfung nicht viel gegessen hat, kann eine kleine Stärkung zwischendurch „Wunder" bewirken!

Zusammensetzung der Prüfungskommissionen 

Die mündliche Steuerberaterprüfung wird vor einem Prüfungsausschuss abgelegt, dessen Bestellung in § 10 DVStB geregelt ist. Zur personellen Besetzung des Prüfungsausschusses für die mündliche Prüfung sagt die DVStB nichts aus. Damit ist die Berufung der Mitglieder den für die Finanzverwaltung zuständigen obersten Landesbehörden ohne Festlegung der personellen Zusammensetzung überlassen.

In den meisten Bundesländern sind Prüfungskommissionen für die Abnahme der mündlichen Prüfung bestimmt, denen eine feste personelle Besetzung zugeordnet ist. Nur wenn ein Mitglied der ständigen Besetzung verhindert ist, gehört der Kommission vertretungsweise ein neues Mitglied (aus einer anderen Kommission) an. Nur in drei Bundesländern prüfen Kommissionen, die in ständig wechselnder Besetzung auftreten, bekanntlich in

  • Bayern,
  • Baden-Württemberg und
  • Sachsen

Es wird hier sorgsam darauf geachtet, dass die für die einzelnen Termine der mündlichen Prüfung vorgesehenen Prüfer namentlich nicht bekannt werden.

In den übrigen Bundesländern differiert die Zahl der Kommissionen mit einer personell festen Besetzung sehr stark: In NRW sind über 20 Kommissionen für die mündliche Prüfung eingerichtet, in Hessen acht und in Niedersachsen sechs, in den übrigen Bundesländern zwischen vier Kommissionen in Hamburg und einer Kommission im Saarland.

Soweit in den einzelnen Bundesländern die mündlichen Prüfungen von Kommissionen mit fester personeller Zusammensetzung abgenommen werden, wird in Protokollen gelegentlich erwähnt, dass sich die eine oder andere Kommission als „sehr protokollverlässlich“, weniger „protokollfest“ oder „nicht protokollverlässlich“ erwiesen habe. Bei guten, erfahrenen Prüfern dürften sich eigentlich Themen der mündlichen Befragung nicht Termin für Termin und Jahr für Jahr wiederholen. Es ist daher nicht sinnvoll, sich auf die Protokolle der jeweiligen Kommission aus zurückliegenden Jahren zu verlassen.

Unterschiedlich ist auch die Zahl der Teilnehmer, die in einer Sitzung geprüft werden. In den meisten Bundesländern werden jeweils vier Kandidaten geprüft, in einigen Bundesländern sind es entweder vier oder fünf Kandidaten (z. B. NRW).

Terminwünsche für die mündliche Prüfung werden berücksichtigt, wenn dies aus zwingenden persönlichen Gründen geboten ist, also z. B. im Krankheitsfall, bei absehbarem Geburtstermin der Teilnehmerin oder der Ehefrau eines Teilnehmers, bei einem Todesfall in der Familie etc. Eine Erkrankung, die eine Teilnahme an dem festgesetzten Termin ausschließt, muss mit einem amtsärztlichen Zeugnis nachgewiesen werden. Berufliche Gründe werden in aller Regel nicht akzeptiert.

Wenn es Ihre persönliche Situation erfordert, dass Sie zu einem möglichst frühen oder möglichst späten Prüfungstermin eingeteilt werden wollen (zwingende berufliche Notwendigkeit, Auslandsaufenthalt, andere persönliche oder familiäre Umstände), sollten Sie dies rechtzeitig vor der terminlichen Einteilung der Prüflinge dem zuständigen Sachbearbeiter der für Sie zuständigen Steuerberaterkammer mitteilen. Nach unserer Kenntnis können Sie dann mit Entgegenkommen rechnen.

Ob eher ein früher oder eher ein später Prüfungstermin vorteilhaft sei, hängt natürlich von den persönlichen Umständen des Teilnehmers ab. Über viele Wochen hinweg auf den Termin der mündlichen Prüfung warten zu müssen, macht zunehmend nervös. Wer rechtzeitig bereits zwei oder höchstens drei Wochen nach der schriftlichen Prüfung mit der Vorbereitung auf die mündliche Prüfung begonnen hat, sollte kein Problem haben, wenn sein Prüfungstermin bereits im Januar oder Februar liegt. So haben die frühen Teilnehmer vielleicht weniger Vorbereitungszeit, aber dafür „frische“ Prüfer. Bei den späteren Prüfungen haben die Prüfer bereits sehr viel gehört und die Neugier auf die Prüfungsteilnehmer ist auf deren Seite eventuell nicht mehr ganz so groß.