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Mündliche Steuerfachwirtprüfung - Allgemeines

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Mündliche Steuerfachwirtprüfung

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Nachfolgend werden die Effekte mündlicher Prüfungen auf die Erfassung und Förderung verschiedener Kompetenzen beschrieben. Hierbei muss jedoch beachtet werden, dass diese Effekte in Abhängigkeit zum Formattyp, dem Einsatzszenario und der Aufgabengestaltung stehen.

Fachkompetenzen

Mithilfe mündlicher Prüfungen können das theoretische Wissen sowie fachspezifische Methodenkenntnisse geprüft werden. Durch die gezielte Wahl des Prüfungssettings inkl. der entsprechenden Aufgabenformulierung kann geprüft werden, auf welcher Verständnisstufe die gelernten Inhalte verarbeitet wurden, bspw. ob die Teilnehmer einen Anwendungsbezug hergestellt oder sie die Inhalte lediglich auswendig gelernt haben. Ein geschlossenes Prüfungssetting, z. B. mit vorgefertigten Fragenkatalogen eignet sich, das Wissen und Verstehen der Teilnehmer abzufragen. Sollen jedoch die Fähigkeit zum anwendungsnahen Problemlösen oder dem Transfer gelernter Inhalte auf neuartige Situationen geprüft werden, bietet sich ein offenes, kontextbezogenes Prüfungsgespräch an, bei dem die Teilnehmer ihr Wissen anwenden sowie Inhalte beurteilen und verknüpfen müssen.

Auf mündliche Prüfungen bereiten sich Teilnehmer von vornherein entsprechend vor: Sie beschäftigen sich vertiefend mit den Inhalten, restrukturieren ihr Wissen und überdenken bestehende Konzepte, da in der Prüfung passende Antworten schnell abgerufen und ggf. kontextualisiert werden müssen.

Dadurch kann ein tieferes Verständnis der Inhalte (Deep learning) erreicht bzw. die dauerhafte Behaltensleistung komplexer Inhalte und Konzepte gefördert werden.

Methodenkompetenzen

Fragen und Aufgaben, die darauf zielen, Sachverhalte bzgl. ihrer Praxistauglichkeit zu beurteilen, erfordern von den Studierenden, dass sie Fakten transferieren und kritisch reflektieren, Zusammenhänge erkennen, Fachvokabular richtig anwenden und ihre Erkenntnisse mithilfe logischer Argumentationen in einer korrekten und verständlichen Sprache wiedergeben.

Darüber hinaus eignen sich mündliche Prüfungen unter bestimmten Voraussetzungen dazu, Techniken des wissenschaftlichen Informationsmanagements der Teilnehmer zu prüfen. Sollen die Teilnehmer z. B. vor der Prüfung eine Liste der zur Vorbereitung verwendeten Literatur abgeben, kann nachvollzogen werden, inwieweit sie in der Lage sind, Informationen aus verschiedenen Quellen zu erschließen. Wird eine vorherige schriftliche Arbeit, z. B. Hausarbeit, Abschlussarbeit, Portfolioarbeit diskutiert, kann geprüft werden, inwieweit die Studierenden in der Lage sind, Inhalte adressatengerecht zu reduzieren, zu strukturieren und mündlich zu präsentieren.

Sozialkompetenzen

Aufgrund ihrer flexiblen Gestaltungsmöglichkeiten sind mündliche Prüfungen geeignet, verschiedene fachkulturell erforderliche kommunikative Fähigkeiten zu prüfen. Für Mediziner/innen ist es z. B. notwendig, Informationen von Patienten/innen zu gewinnen und sensibel auf diese einzugehen, während es in anderen Fächern darauf ankommt, wissenschaftliche Erkenntnisse fokussiert, mit einer klaren Argumentationslogik adressatengerecht zu kommunizieren.

Darüber hinaus erfordert das spezifische Setting mündlicher Prüfungen von den Teilnehmern ein genaues Zuhören, gegebenenfalls Nachfragen sowie das Eingehen auf die Redeanteile und Ideen des Gegenübers, wodurch interpersonelle Kommunikationskompetenzen sichtbar gemacht werden.

Werden mündliche Prüfungen als Gruppenprüfungen durchgeführt, können zusätzlich die Team-fähigkeit, Konfliktfähigkeit und Fähigkeit zur Verantwortungsübernahme geprüft werden.

Selbstkompetenzen

Sollen Selbstkompetenzen, z. B. kognitiv-motivationale, die Belastungsfähigkeit oder das selbstsichere Auftreten beurteilt werden, stellen mündliche Prüfungen ebenfalls ein sinnvolles Prüfungsinstrument dar.

Eine mündliche Prüfung, die den Teilnehmern mehr individuellen Gestaltungsspielraum einräumt, kann aufzeigen, inwieweit die Teilnehmer eigene Interessen innerhalb des Prüfungsgebiets entwickelt haben, motiviert sind, sich über den Lehrstoff hinaus mit vertiefenden Fragestellungen zu beschäftigen und das Selbstvertrauen haben, ihre eigene Position zielorientiert zu vertreten.

Zudem ist hervorzuheben, dass mündliche Prüfungen für viele Teilnehmer mit einem hohen psychologischen Druck bis hin zur Prüfungsangst verbunden sind.

Prüfungsangst wirkt sich meist negativ auf die Leistung der Teilnehmer aus. Sie kann dazu beitragen, dass Teilnehmer zwar motivierter sind zu lernen, dennoch eher dazu neigen auf bewährte (meist oberflächliche) Lernstrategien zurückzugreifen. Einem vertiefenden Lernen scheint Prüfungsangst demnach ebenfalls entgegenzustehen.

Je nachdem, wie Teilnehmer in der persönlichen Interaktion reagieren, können Prüfer/innen auf die impliziten Persönlichkeitsstrukturen schließen und ob die Teilnehmer ihre Kompetenzen abrufen können. Es ist jedoch zu bedenken, dass Prüfungssituationen unter einmaligen Bedingungen stattfinden, weshalb nur bedingt auf eine generelle Kompetenz bzw. ein generelles Verhalten geschlossen werden kann.

 

Steuerfachwirtprüfung

Die Steuerfachwirtprüfung besteht aus insgesamt vier Prüfungsfächern, und zwar aus einem schriftlichen Teil mit drei Prüfungsklausuren als Aufsichtsarbeiten und einer mündlichen Prüfung.

Die Prüfungsleistungen in den einzelnen Prüfungsfächern, also in den drei Prüfungsklausuren und in der mündlichen Prüfung, werden nach einer von sechs Notenstufen also nach „Schulnoten“ bewertet. Die Bewertung erfolgt von Note „sehr gut“ (1,0 bis 1,5, „eine den Anforderungen in besonderem Maße entsprechenden Leistung“) bis Note „ungenügend“ (5,6 bis 6,0, „eine Leistung, die den Anforderungen nicht entspricht und bei der selbst die Grundkenntnisse lückenhaft sind“).

Bei der Ermittlung des Gesamtergebnisses haben die vier Prüfungsfächer dasselbe Gewicht; der Gliederung der Prüfung in vier Prüfungsabschnitte entsprechend wirkt sich die mündliche Prüfung auf die Gesamtnote mit 25 % aus.

Zur mündlichen Prüfung wird nicht zugelassen, wer in mindestens zwei der drei schriftlichen Aufsichtsarbeiten eine mangelhafte oder in einer Aufsichtsarbeit eine ungenügende Leistung erbracht hat.

Die Durchführung der mündlichen Prüfung weist von Steuerberaterkammer zu Steuerberaterkammer Unterschiede auf. Während einige Kammern einen Fachvortrag (Kurzvortrag) vorsehen – wie es auch in der mündlichen Steuerberaterprüfung der Fall ist – sehen andere Kammern, wie z. B. die Kammern München und Nürnberg, davon ab. Werfen Sie bitte einen Blick in „Ihre“ persönliche Prüfungsordnung.

In der mündlichen Prüfung soll der Teilnehmer zeigen, dass er praxistypische und fächerübergreifende Fälle lösen kann. Es geht also um die Transformation – von der Theorie zur praktischen Anwendung! Die Prüfungsdauer soll je Prüfungsteilnehmer 30 Minuten nicht überschreiten.

Die Prüfung ist insgesamt bestanden, wenn in mindestens drei der vier Prüfungsfächer sowie im Gesamtergebnis mindestens ausreichende Leistungen erbracht werden. Werden die Prüfungsleistungen in einem Prüfungsfach mit „ungenügend bewertet, ist die Prüfung nicht bestanden. Prüfungsfächer sind die drei Aufsichtsarbeiten der schriftlichen Prüfung und die mündliche Prüfung.

Die Durchfallquote derjenigen Teilnehmer, die an der mündlichen Prüfung teilnehmen, ist sehr gering. Sie lag in den vergangenen Jahren je nach Prüfungstermin und Steuerberaterkammer bei höchstens 5 %.