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Sozialversicherungsrecht - Übergangsbereich

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Sozialversicherungsrecht

Übergangsbereich

Für Beschäftigte, die ein regelmäßiges monatliches Arbeitsentgelt zwischen 450,01 EUR und 1.300,00 Euro haben, gilt nach § 20 Abs. 2 SGB IV ein sogenannter Übergangsbereich. Die hierfür geltenden Sonderregelungen in der Sozialversicherung führen zu einer verminderten Beitragsbelastung der Arbeitnehmer.

Bei der Beitragsberechnung wird von einem fiktiv ermittelten Arbeitsentgelt ausgegangen. Der Arbeitgeberanteil bleibt hingegen unverändert. Durch das besondere Beitragsverfahren innerhalb des Übergangsbereichs soll für Arbeitnehmer ein Anreiz zur Aufnahme von Teilzeitbeschäftigungen geschaffen werden, indem die Beitragsbelastung für Arbeitnehmer mit niedrigem Arbeitsentgelt abgesenkt wird.

Anwendung des Übergangsbereichs

Voraussetzung für die Anwendung des Übergangsbereichs ist stets, dass der Arbeitnehmer

  1. in der Beschäftigung versicherungspflichtig ist und
  2. ein monatliches regelmäßiges Arbeitsentgelt von insgesamt 450,01 EUR bis 1.300,00 EUR erhält.

Merke

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Für das reduzierte beitragspflichtige Entgelt gilt folgende Formel:

1,13187647059 x Arbeitsentgelt - 171,43941176471

Die Berechnung ist für jeden einzelnen Sozialversicherungszweig getrennt durchzuführen.

Die Regelung zum Übergangsbereich gilt nicht für Auszubildende, Praktikanten und Teilnehmer an dualen Studiengängen.

Sollte das Arbeitsentgelt ausnahmsweise unterhalb von 450,01 Euro liegen ist zur Beitragsberechnung der Faktor F notwendig, um das reduzierte beitragspflichtige Entgelt zu bestimmen. Im Jahr 2022 beträgt der Faktor F 0,7509.

Damit den Beschäftigten im Übergangsbereich kein Nachteil bei einer späteren Rente entsteht werden in der Rentenversicherung die Entgeltpunkte aus dem tatsächlichen (und nicht aus dem beitragspflichtigen) Entgelt berücksichtigt.