ZU DEN KURSEN!

Volkswirtschaftslehre (Mündliche Prüfung) - Einführung

Kursangebot | Volkswirtschaftslehre (Mündliche Prüfung) | Einführung

Volkswirtschaftslehre (Mündliche Prüfung)

Einführung

Bei Krisen handelt es sich um beschleunigte, dramatische Zuspitzungen von bestimmten Entwicklungen in Wirtschaft, Staat und Gesellschaft, die sich plötzlich entladen. Es kommt zum Platzen von Blasen an Rohstoffmärkten, am Immobilienmarkt oder auf Finanzmärkten.

Unter einer Finanzkrise im Speziellen lässt sich ein ökonomischer Prozess verstehen, bei dem eine signifikante, nachhaltige Verschlechterung der ökonomischen Fundamentaldaten eintritt.

Der Unterschied zu einer Rezession liegt darin, dass eine Wirtschaftskrise eine außergewöhnliche Situation darstellt, auf die mit institutionellen Veränderungen wie Reformprogrammen des unter Druck geratenen Wirtschaftssystems reagiert werden muss. Im Gegensatz dazu ist eine Rezession ein regelmäßiges Element des Konjunkturkreislaufes.

 

Unterschiede der Finanzkrisen

 

Finanzkrisen können nach ihrer äußeren Erscheinungsform unterschieden werden in:

 

  • Währungskrisen,
  • Bankenkrisen,
  • Finanzsystemkrisen und
  • Verschuldungskrisen.

 

Alle Arten der Finanzkrise haben gemein, dass sie nicht auf den Finanzsektor allein beschränkt bleiben, sondern sich auf alle wirtschaftlich relevanten Teile einer Volkswirtschaft ausdehnen und tiefgehende Wirtschaftskrisen mit sinkenden Einkommen, steigender Arbeitslosigkeit, zunehmenden Staatsdefiziten und wachsenden Inflationsgefahren auslösen.

Die wachsende Verflechtung der Weltwirtschaft und der weltweit agierenden und untereinander verflochtenen Finanzmärkte führen dazu, dass Probleme einer Region sich sehr schnell auf andere Länder übertragen können.

 

Definition der ersten großen Finanzkrise

 

Die holländische „Tulpenmanie“ gilt als Mutter aller Spekulationsblasen. Tulpenzwiebeln wurden im 17. Jahrhundert zum Spekulationsobjekt. In dieser Zeit hatte sich die Tulpe in den Niederlanden zu einem Statussymbol entwickelt. Dabei sorgte die besondere Eigenschaft der Tulpe, dass nämlich pro Mutterzwiebel nur zwei bis drei junge Zwiebeln gewonnen werden können, für ein stetig knappes Angebot. Die Nachfrage stieg also deutlich schneller als das Angebot.

Als Folge stiegen die Preise in abenteuerliche Höhen. Auf dem Höhepunkt der Tulpenmanie wurden nach heutigem Wertmaßstab bis zu 87.000 Euro für eine Blumenzwiebel bezahlt.

Zum Einbruch der Preise kam es, als zum ersten Mal im Rahmen einer Auktion niemand den geforderten Preis eines Händlers bezahlen wollte. Dieser Umstand sprach sich schnell herum, so dass der Markt innerhalb kürzester Zeit zusammenbrach. Alle Händler wollten ihre Ware so schnell wie möglich loswerden, es fanden sich jedoch keine Käufer. Zum Schluss waren die Tulpenzwiebeln nicht mal mehr ein Hundertstel des vormaligen Höchstpreises wert.

 

Lösung von Finanzkrisen

 

Zur Abmilderung und Überwindung von Finanz- und Wirtschaftskrisen existieren Lösungskonzepte außerhalb von marktwirtschaftlichen Grundprinzipien. Im Kern geht es darum, dass die Regierungen Maßnahmen zur Krisenbewältigung realisieren, weil die Selbstregulierung der Märkte aus bestimmten Gründen nicht mehr funktioniert. In Hinblick auf die weltweite Finanzkrise 2008 gilt der fehlende regulative Rahmen als wesentliche Ursache des Problems. Als grundsätzliche Gestaltungsoptionen bestehen zentrale und dezentrale Lösungsmöglichkeiten. Der zentrale Ansatz verfolgt das Ziel, wirtschaftspolitische Kompetenzen bei einer zentralen Instanz zu konzentrieren, z. B. bei der Steuer- und Ausgabenpolitik des Staates. In der EU wäre diese zentrale Instanz die Europäische Kommission. Die Alternative dazu, der dezentrale Ansatz, lautet stattdessen, die Wirtschaftspolitik bei den Mitgliedsländern der EU zu belassen, sie aber untereinander abzustimmen.