Inhaltsverzeichnis
Beim Factoring verkauft ein Unternehmen seine noch nicht fälligen Forderungen an einen Factor. Beim offenen Factoring zahlt der Schuldner dann nicht mehr an das Unternehmen, sondern an den Factor.
Diese auf Factoringgeschäfte spezialisierten Unternehmen übernehmen meistens mit der Forderung, die natürlich für weniger als ihren Nennwert gekauft wird, auch das sogenannte Delkredererisiko, was bedeutet, dass der Factor das Ausfallrisiko der Forderung trägt.
Funktionen des Factorings
Das Factoring hat 3 Hauptfunktionen:
- Finanzierungsfunktion: Durch den Verkauf der Forderungen hat das Unternehmen (der Klient) liquide Mittel und muss nicht mehr auf die Tilgung der Forderung warten.
- Dienstleistungsfunktion: Mit der Forderung übernimmt der Factor auch sämtliche damit zusammenhängenden Verwaltungsaufgaben, das Unternehmen spart diesen Aufwand.
- Delkrederefunktion: Der Factor übernimmt das Ausfallrisiko der Forderung (je nach Zahlungsfähigkeit des Schuldners mindert das den Kaufpreis, den der Factor für die Forderung zahlt).
Unterschied zwischen echtem und unechtem Factoring
Außerdem wird das Factoring noch in folgende Arten unterteilt:
Echtes Factoring: Der Factor kauft mit der Forderung auch das Delkredererisiko und hat keinen Anspruch auf Rückgabe der Forderung an den Klienten. Übernimmt der Factor zusätzlich die Dienstleistungsfunktion (also alle drei Funktionen), spricht man vom Old-Line- oder Full-Service-Factoring.
Unechtes Factoring: Der Factor übernimmt mit der Forderung nicht auch das Delkredererisiko.
Merke
Beim echten Factoring werden die Forderungen mit dem Risiko des Forderungsausfalls an den Factor übertragen, beim unechten Factoring verbleibt dieses Delkredererisiko beim Lieferanten.
Außerdem unterscheidet man danach, ob der Schuldner informiert wird: Beim offenen Factoring wird ihm der Forderungsverkauf mitgeteilt, und er zahlt an den Factor. Beim stillen Factoring erfährt der Schuldner davon nichts; er zahlt weiter an das Unternehmen, das den Betrag an den Factor weiterleitet.
So funktionierts:
Das Unternehmen bekommt vom Factor ca. 80 % des Forderungsbetrages gutgeschrieben, der Rest verbleibt auf einem gesonderten Konto, um eventuelle Preisnachlässe etc. abdecken zu können. Wenn der Schuldner seine Schulden beglichen hat (beim echten Factoring auch dann, wenn die Forderung ausfällt), bekommt das Unternehmen den Restbetrag, der noch auf dem gesonderten Konto verblieben ist.
Merke
- mit Delkredererisiko (= echtes Factoring)
- ohne Delkredererisiko (= unechtes Factoring)
Merke
- Finanzierungsfunktion
- Dienstleistungsfunktion
- Delkrederefunktion
Weitere interessante Inhalte zum Thema
-
Factoring - Buchung bei Forderungsausfall
Vielleicht ist für Sie auch das Thema Factoring - Buchung bei Forderungsausfall (Geldverkehr) aus unserem Online-Kurs Buchführung interessant.
-
Kosten und Vorteile des Factorings
Vielleicht ist für Sie auch das Thema Kosten und Vorteile des Factorings (Geldverkehr) aus unserem Online-Kurs Buchführung interessant.