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Buchführung

Steuern

Um zum Nettogehalt zu kommen, werden Abzüge vom Bruttogehalt vorgenommen. Mit einem Teil der Abzüge, den Steuern, beschäftigt sich dieser Abschnitt.

Die Lohnsteuer

Zuerst genannt werden muss die Lohnsteuer. Die Lohnsteuer ist eine Vorauszahlung auf die Einkommensteuer des nichtselbständig beschäftigten Arbeitnehmers. Sie ist betragsmäßig der größte Steuerabzug vom Arbeitslohn und dient außerdem anderen Steuern als Bemessungsgrundlage (Solidaritätszuschlag, Kirchensteuer). Gemessen am gesamten Steueraufkommen liegt sie hinter der Umsatzsteuer an zweiter Stelle (2025: 262,7 Mrd. € Lohnsteuer gegenüber 310,2 Mrd. € Umsatzsteuer; Quelle: Statistisches Bundesamt).

Die Höhe der Lohnsteuer richtet sich u.a. nach der Steuerklasse, die der Arbeitgeber als elektronisches Lohnsteuerabzugsmerkmal (ELStAM) beim Bundeszentralamt für Steuern abruft; die Lohnsteuerkarte aus Papier gibt es nicht mehr. Die Lohnsteuer ist kein fester Prozentsatz, sondern ergibt sich aus dem Einkommensteuertarif (in der Praxis aus den Lohnsteuertabellen bzw. dem Lohnabrechnungsprogramm). Auf die konkrete Berechnung gehen wir hier nicht näher ein. Vereinfachend nehmen wir in unserem Beispiel (Werte 2026) an, dass die Lohnsteuer bei einem Bruttogehalt von 3.000 € monatlich 22 % beträgt, also 660 €. Tatsächlich wäre die Lohnsteuer bei 3.000 € in Steuerklasse I deutlich niedriger.

Merke

Der Unternehmer ist gesetzlich verpflichtet, die Lohnsteuer einzubehalten und an das Finanzamt abzuführen. Er bucht die Verbindlichkeit auf das Konto "noch abzuführende Abgaben".

Die Kirchensteuer

Soweit der Arbeitnehmer Mitglied einer kirchensteuererhebenden Religionsgemeinschaft ist, behält der Arbeitgeber auch die Kirchensteuer ein und führt sie zusammen mit der Lohnsteuer an das Finanzamt ab.

Merke

Die Kirchensteuer wird auf Grundlage des Lohnsteuerbetrags und nicht anhand des Bruttogehalts errechnet. Der Kirchensteuersatz variiert je nach Bundesland zwischen 8 % (Bayern und Baden-Württemberg) und 9 % (übrige Länder).

Soweit eine Mitgliedschaft in einer Religionsgemeinschaft unterstellt wird (in einem Bundesland mit 8 % Kirchensteuersatz), ergibt sich für unser Beispiel ein Abzug in Höhe von 52,80 € (= 3.000 * 0,22 * 0,08).

Der Solidaritätszuschlag

Der sogenannte Solidaritätszuschlag wurde erstmals 1991 eingeführt und wird seit 1995 ununterbrochen erhoben. Er diente vor allem der Finanzierung der Wiedervereinigung.

Merke

Der Solidaritätszuschlag beträgt 5,5 % der Einkommensteuer bzw. Lohnsteuer (§ 4 SolZG). Seit 2021 gilt aber eine stark angehobene Freigrenze: Er wird nur erhoben, wenn die Steuer diese Freigrenze übersteigt (Werte 2026: 20.350 € Jahreslohnsteuer, in Steuerklasse III 40.700 €; beim monatlichen Lohnsteuerabzug jeweils ein Zwölftel; § 3 Abs. 3 und 4 SolZG). Knapp oberhalb der Freigrenze gilt eine Milderungszone, in der der Zuschlag schrittweise auf die vollen 5,5 % ansteigt. Die meisten Arbeitnehmer zahlen daher keinen Solidaritätszuschlag mehr. Fällt er an, behält der Arbeitgeber den Betrag ein und führt ihn an das Finanzamt ab.

In unserem Beispiel beträgt die Lohnsteuer 660 € im Monat, also 7.920 € im Jahr. Dieser Betrag liegt unter der Freigrenze von 20.350 €; ein Solidaritätszuschlag fällt daher nicht an. Damit beträgt die Steuerbelastung eines kirchensteuerpflichtigen Arbeitnehmers 712,80 € (23,76 % des Bruttogehalts).