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Einkommensteuer

Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit nach § 19 EStG

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Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit nach § 19 EStG

Grundlagen

Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit sind gemäß § 2 Abs. 1 S. 1 Nr. 4 EStG in den Gesamtbetrag der Einkünfte einzubeziehen. Es handelt sich um eine Überschusseinkunftsart nach § 2 Abs. 2 S. 1 Nr. 2 EStG. Die Einkünfte ermittelt sich daher als Überschuss der Einnahmen über Werbungskosten.

Die Erzielung ist nur durch natürliche Personen möglich, da nur sie gemäß § 1 Abs. 2 S. 1 LStDV dem Arbeitgeber ihre Arbeitskraft schulden können. Es muss innerhalb der Einkunftsart unterschieden werden, ob Einkünfte aus einem aktiven Dienstverhältnis im Sinne des § 19 Abs. 1 EStG oder Vorsorgungsbezüge im Sinne des § 19 Abs. 2 EStG vorliegen.

Defintion des Arbeitnehmers

Arbeitnehmer im steuerrechtliche Sinne ist nach § 1 Abs. 1 S. 1 LStDV eine Person, die in einem öffentlichen oder privatrechtlichem Dienst beschäftigt sind oder waren und hierfür oder aus einem früheren Dienstverhältnis Arbeitslohn erhalten.

Merke

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Der Begriff des Arbeitnehmers ist im Steuerrecht und Sozialversicherungsrecht unterschiedlich definiert.

Definition des Arbeitslohns

Arbeitslohn ist nach R 19.3 Abs. 1 LStR die Gegenleistung des Arbeitgebers an den Arbeitnehmer für die Bereitstellung seiner Arbeitskraft. Arbeitslohn sind gemäß § 2 Abs. 2 LStDV alle Einnahmen, die dem Steuerpflichtigen aus dem Dienstverhältnis zukommen. Die Bezeichnung ist dabei unerheblich, es kommt jedoch auf einen unmittelbaren Zusammenhang mit dem Dienstverhältnis an. Ein Geschenk oder ein Diebstahl durch den Arbeitnehmer sind deshalb kein Arbeitslohn.

Grundlagen der Einkünfte nach § 19 EStG

Einkünfte nach § 19 Abs. 1 EStG

Die Einkünfte nach § 19 Abs. 1 EStG ermitteln sich als Einnahmen - Werbungskosten nach § 9 EStG oder dem Arbeitnehmer-Pauschbetrag nach § 9a Abs. 1 Nr. 1 lit. a EStG. Der Arbeitnehmer-Pauschbetrag kann immer dann abgezogen werden, wenn die Höhe der Werbungskosten niedriger ist als dieser.

Hinweis

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Der Arbeitnehmer-Pauschbetrag beträgt für das Jahr 2021 1.000 €

 

Die Einnahmen nach § 19 Abs. 1 EStG sind vor allem der Arbeitslohn. Hierfür müssen dann in Abgrenzung zur vorherigen Definition noch zwei Unterarten unterschieden werden:

  1. Laufender Arbeitslohn
  2. sonstige Bezüge

Laufender Arbeitslohn ist dabei der regelmäßig zufließende Lohn, wie das Monatsgehalt und Zuschläge. Laufender Arbeitslohn schließt nach R 39b.2 Abs. 1 Nr. 7 LStR auch Zahlungen innerhalb der ersten drei Wochen des nachfolgenden Kalenderjahres ein.

Sonstige Bezüge sind gemäß R 39b.2 Abs. 2 S. 1 LStDV alle Bezüge, die kein regelmäßiger Arbeitslohn sind. Das Urlaubsgeld und einmalige Abfindungen sind sonstige Bezüge.

Für Einnahmen aus nichtselbständiger Arbeit gilt nach § 11 Abs. 1 S. 4 in Verbindung mit § 38a EStG, dass nicht das Zufluss- und Abflussprinzip sondern die spezielleren Regeln nach § 38a EStG gelten.

Laufender Arbeitslohn gilt nach § 11 Abs. 1 S. 4 in Verbindung mit § 38a Abs. 1 S. 2 EStG als in dem Kalenderjahr bezogen in dem der Lohnzahlungszeitraum endet. Ein sonstiger Bezug ist hingegen nach § 11 Abs. 1 S. 4 in Verbindung mit § 38a Abs. 1 S. 3 EStG dann bezogen, wenn er tatsächlich zufließt. 

Es kann auch "negativer Arbeitslohn" vorliegen, wenn der Arbeitnehmer doppelt gezahlte Bezüge zurückbezahlen muss. Sie werden gemäß § 11 Abs. 1 S. 1 EStG im Zeitpunkt des Abflusses als steuerminderend berücksichtigt (H 11 "Rückzahlung von Arbeitslohn" EStH).

Videos zu den Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit

 Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit - Grundlagen

Video: Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit nach § 19 EStG

Fallbeispiele zur nichtselbstständigen Arbeit

Video: Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit nach § 19 EStG

Video: Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit nach § 19 EStG

Einkünfte gemäß § 19 Abs. 2 EStG

Die Einkünfte im Sinne des § 19 Abs. 2 EStG ermitteln sich durch folgendes Schema

  1. Versorgungsbezüge
  2. Versorgungsfreibeträge
  3. Zuschlag zum Versorgungsfreibetrag
  4. Werbungskosten oder Werbungskosten-Pauschbetrag nach § 9a S. 1 Nr. 1 lit b EStG

Unter Versorgungsbezügen versteht man die Bezüge eines Arbeitnehmers aus einem früheren Dienstverhältnis ohne aktiven Beitrag. Es wird zwischen Versorgungsbezügen aus dem öffentlichen Dienst (z. b. Beamtenpensionen) und sonstigen Versorgungsbezügen (z. B. Betriebsrenten) unterschieden.

Sonstige Versorgungsbezüge liegen vor, wenn sie aufgrund des früheren Dienstverhältnisses und dem Erreichen einer Altersgrenze oder dem Vorliegen einer verminderten Erwerbsfähigkeit gewährt werden. Die Mindestaltersgrenze für das Vorliegen von sonstigen Versorgungsbezügen liegt bei 63 Jahren. Bei Schwerbehinderung reicht das 60 Lebensjahr aus.
R 19.8 Abs. 1 und Abs. 2 LStR geben einen Überblick über die sonstigen Versorgungsbezüge.

Der Versorgungsfreibetrag und Zuschlag zum Versorgungsfreibetrag sind nach § 19 Abs. 2 S. 1 EStG steuerfrei. Der Versorungsfreibetrag wird einmalig ermittelt und bleibt nach § 19 Abs. 2 S. 8 EStG für die gesamte Bezugsdauer maßgebend.

Die Bemessungsgrundlage für den Versorgungsfreibetrag richtet sich nach § 19 Abs. 2 S. 4 EStG. Der Versorgungsbezug für Januar 2005 ist dabei bei Bezugsbeginn vor 2005 mit 12 zu multiplizieren. Bei einem Versorgungsbeginn nach 2005 ist gemäß § 19 Abs. 2 S. 4 lit. b EStG der Bezug des ersten Monats des vollen Bezuges mit 12 zu multiplizieren. Sonderzahlungen, auf die bereits ein Rechtsanspruch besteht, sind weiterer Bestandteil der Bemessungsgrundlage. Die Bemessungsgrundlage wird gemäß § 19 Abs. 2 S. 1 EStG mit einem Prozentsatz multipliziert und das Ergebnis ist dann der Versorgungsfreibetrag. Der Prozentsatz hängt dabei gemäß § 19 Abs. 2 S. 3 EStG vom Jahr des Versorgungsbeginns ab. Der Versorgungsfreibetrag ist zu dem nach § 19 Abs. 2 S. 1 i.V.m. S. 3 EStG auf einen Höchstbetrag begrenzt, der sich wiederum in Abhängigkeit vom Jahr des Bezugsbeginn ergibt. 

Nicht steuerbare Zuwendungen

Nicht steuerbare Zuwendungen des Arbeitgebers an den Arbeitnehmer sind nicht als Einnahmen im Sinne des § 8 EStG bei den Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit (bzw. auch bei keiner anderen Einkunftsart) zu erfassen. In der Folge stellt sich dann auch nicht mehr die Frage, ob steuerfreie Einnahmen vorliegen.

Überwiegend eigenbetriebliches Interesse des Arbeitgebers

Gemäß H 19.3 LStH "Allgemeines zum Arbeitslohnbegriff" sind bestimmte Vorteile, die der Arbeitnehmer erfährt, dann keine Gegenleistung für seine Arbeitsleistung und insofern kein Arbeitslohn, wenn sie sich lediglich als notwendige Begleiterscheinung betriebsfunktionaler Zielsetzungen erweisen. Dies ist dann anzunehmen, wenn die Vorteile im überwiegend eigenbetrieblichen Interesse des Arbeitgebers gewährt werden. 

Solche Vorteile können beispielsweise sein:

  • berufliche Fort- und Weiterbildungsleistungen des Arbeitgebers (zur weiteren Abgrenzung bzw. Einzelheiten hierzu siehe R 19.7 LStR bzw. die dazu ergangenen Hinweise)
  • solche Vorteile, die der Belegschaft insgesamt zugewendet werden wie die Nutzung von Parkplätzen auf dem Betriebsgelände, die Bereitstellung von Erholungsräumen, Duschmöglichkeiten etc.
  • die Überlassung von Arbeitsmitteln zur betrieblichen Nutzung (z. B. PKW für einen angestellten Vertreter, um Kunden aufzusuchen)

"Aufmerksamkeiten" von geringem Wert

Werden dem Arbeitnehmer Sachleistungen zugewandt, die auch im gesellschaftlichen Verkehr überwiegend ausgetauscht werden und zu keiner ins Gewicht fallenden Bereicherung führen, sind diese als bloße Aufmerksamkeiten nach R 19.6 LStR kein Arbeitslohn und damit nicht steuerbar.

Hierzu gehören beispielsweise Blumen, Genussmittel oder auch ein Buch, was der Arbeitgeber aus Anlass eines besonderen persönlichen Ereignisses dem Arbeitnehmer zuwendet bis zu einem Wert von 60 EUR

Auch zum Verzehr im Betrieb un- oder teilentgeltlich überlassene Verköstigung bis zu diesem Wert gehört nicht zum Arbeitslohn.

Expertentipp

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Bitte achten Sie darauf, dass es sich jeweils um Sachleistungen handeln muss!

Ein Geschenk von 20 EUR in bar zum Geburtstag ist in jedem Fall steuerbar und steuerpflichtig.

Übliche Sachleistungen des Arbeitgebers aus Anlass einer Diensteinführung, Verabschiedung, etc.

Nach R 19.3 Abs. 2 LStR gehören ungeachtet des § 19 Abs. 1 S. 1 Nr. 1a EStG übliche Sachleistungen des Arbeitgebers anlässlich eines runden Arbeitnehmerjubiläums, eines Amts- oder Funktionswechsels, des Dienstbeginns oder der Verabschiedung ebenfalls nicht zum Arbeitslohn.

Jedoch erfolgt dann eine Hinzurechnung in Gänze (Freigrenze), wenn die Aufwendungen des Arbeitgebers einschließlich Umsatzsteuer 110 EUR überschreiten je teilnehmender Person. In diese Grenzberechnung sind auch die oben genannten Aufmerksamkeiten bis zu 60 EUR einzubeziehen.

Beispiel

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Arbeitnehmer AN nutzt einen Dienstwagen einerseits, um Kunden zu besuchen, andererseits darf er diesen auch für private Zwecke (z.B. Weg zur ersten Tätigkeitstätte, Urlaub, Hobby etc.) nutzen.

Des Weiteren ist dem Arbeitgeber sehr wichtig, dass sich die Mitarbeiter wohlfühlen, hierzu genießen diese u. a.

  • Mitarbeiterparkplätze auf dem Firmengelände
  • regelmäßige Angebote zur Weiterbildung
  • kostenlose nichtalkoholische Getränke während der Arbeitszeit

Da AN am 15.05. seinen 50. Geburtstag hatte, hat ihm der Arbeitgeber eine silberne Armbanduhr im Wert von 1000 EUR geschenkt.

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Die Firmenwagennutzung für betriebliche Zwecke liegt eindeutig im Interesse des Arbeitgebers, d. h. es werden Betriebsmittel zur Verfügung gestellt, kein Arbeitslohn.

Sofern der AN jedoch den PKW auch für private Zwecke nutzen darf, liegen steuerbare und steuerpflichtige Einnahmen vor (Nutzungsvorteil), § 8 Abs. 2 S. 2 bis 5 i. V. m. § 6 Abs. 1 Nr. 4 S. 2 bzw. S. 3 EStG.

Parkplatzgestellung und Weiterbildung liegen im überwiegenden betrieblichen Interesse des Arbeitgebers, sind also kein Arbeitslohn, Getränke im Betrieb gehören zu den nicht steuerbaren Aufmerksamkeiten, R 19.6 Abs. 2 LStR.

Das Geburtstagsgeschenk wird zwar zu einem persönlichen Anlass des AN zugewendet, allerdings überschreitet es deutlich den Wert von 60 EUR, insofern liegt steuerbarer und steuerpflichtiger Arbeitslohn vor. Hier könnte allerdings der Arbeitgeber die Lohnsteuer nach § 37b EStG pauschalieren, was zur Folge hat, dass das Geschenk dann bei der Einkünfteermittlung des AN außer Ansatz bleibt, § 37b Abs. 3 EStG.

 

 

Steuerbefreiungen

Verschiedene Zuwendungen des Arbeitgebers an den Arbeitnehmer sind steuerfrei.

Im Zusammenhang mit der Arbeit des Arbeitnehmers werden in folgenden Video die spezifischen steuerfreien Einnahmen behandelt.

Video: Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit nach § 19 EStG

 

Befreiung

Gegenstand der Befreiung

§ 3 Nr. 2, 2a, 2b EStG

Arbeitslosengeld und vergleichbare Leistungen nach SGB III, Arbeitslosengeld II nach SGB II

§ 3 Nr. 13 und 16 EStG

Erstattungen der Reise und Umzugskosten (R 3.13, H 3.13 und R 3.16 LStR)

§ 3 Nr. 30-33 EStG

Werkzeuggeld, Berufskleidung, Betriebskindergärten (vgl. R 3.33 LStR)

§ 3 Nr. 34 EStG

Maßnahmen zur Gesundheitsförderung der Arbeitnehmer bis zu 500 € pro Kalenderjahr. Die Maßnahme muss den Anforderungen des § 20 SGB V und § 20a SGB V genügen.

§ 3 Nr. 34a EStG

Zusätzliche zum ohnehin geschulteten Arbeitslohn gezahlte Leistungen an ein Dienstleistungsunternehmern, das den Arbeitnehmer hinsichtlich der Betreuung von Kindern und pflegebedürftigen Angehörigen berät oder eine Betreuung vermittelt. Bis zu 600 € im Jahr sind steuerfrei.

§ 3 Nr. 38 EStG

Sachprämien aus Kundenbindungsprogrammen bis zu 1080 € pro Jahr.

§ 3 Nr. 39 EStG

Mitarbeiterbeteiligungen am Unternehmen des Arbeitsgebers bis zu 1440 € im Kalenderjahr

§ 3 Nr. 45 EStG

Die private Nutzung betrieblicher PCs und Internet

§ 3 Nr. 46 EStG

Vorteile für das elektrisches Aufladen eines privaten Elektrofahrzeugs oder Hybrideelektrofahrzeug des Arbeitnehmers im Betrieb des Arbeitsgebers und für die zeitweise private Nutzung betrieblicher Ladevorrichtungen

§ 3 Nr. 50 EStG

Auslagenersatz

§ 3 Nr. 51 EStG

Trinkgelder sind steuerfrei, wenn sie anlässlich einer Arbeitsleistung dem Arbeitnehmer vom Dritten freiwillig, d.h. ohne Rechtsanspruch, gezahlt werden. Eine freiwillige Leistung ist aber nicht immer Trinkgeld und es kommt auf den Einzelfall an. Der Arbeitnehmer muss das Geld dabei aufgrund einer gewissen persönlichen Beziehung zum Kunden zusätzlich zum Arbeitslohn erhalten.

§ 3 Nr. 55 EStG

Geleisteter Übertragungswert der geleisteten betrieblichen Altersvorsorge nach § 4 Abs. 5 des Betriebsrentengesetzes, wenn die Altervorsorge beim ehemaligen und neuem Arbeitgeber über einen Pensionsfonds, Pensionskasse oder ein Unternehmen der Lebensversicherung durchgeführt wird.

§ 3 Nr. 56 EStG

Zuwendungen des Arbeitgebers nach § 19 Abs. 1 Nr. 3 S. 1 EStG aus dem ersten Dienstverhältnis an eine Pensionskasse zum Aufbau einer nicht kapitalgedeckten betrieblichen Altersversorgung, sofern die weiteren Voraussetzungen des § 3 Nr. 56 EStG erfüllt sind.

§ 3 Nr. 59 EStG

Mietvorteile nach R 3.59 LStR.

§ 3 Nr. 62 EStG

AG-Anteile zur Sozialversicherung des Arbeitnehmers.

§ 3 Nr. 63 EStG

Beiträge des Arbeitgebers des erstens Dienstverhältnisses zum Aufbau einer kapitalgedeckten betrieblichen Versorgung des Arbeitnehmers bis zu 4% der Beitragsbemessungsgrenze pro Jahr.

§ 3 Nr. 64 EStG

Lohnbestandteile bei Auslandstätigkeit, die den vergleichbaren Lohn bei Inlandstätigkeit übersteigt, sogenannte Kaufkraftzuschläge. Voraussetzung ist ein Dienstverhältnis zur einer inländischen juristischen Person des öffentlichen Rechts.

§ 3 Nr. 67 lit. d EStG

Zuschläge für Kindererziehungs- und Pflegezeiten.

§ 8 Abs. 2 S. 11 EStG

Sachbezüge bis zu einer monatlichen Freigrenze bis zu 44 €.

R. 8.1 Abs. 8 Nr. 2 LStR; H 8.1 Abs. 8 LStH

Übliche Mahlzeiten (bis 60 €) bei Dienstreisen. Der Ansatz erfolgt mit dem amtlichen Sachbezugswert.

§ 3b

Zuschläge des Arbeitgebers für die Arbeiten an Sonn- und Feiertagen und Nachtarbeit. Es wird ein maximaler Stundenlohn von 50 € zugrunde gelegt. Für Sonntagsarbeit kann der Zuschlag 50 % betragen. An Feiertagen hängt die Höhe des Zuschlags vom konkreten Tag ab. Für Nacharbeit kann der Zuschlag 25 % des Grundlohns betragen. Die Arbeitsarten sind in § 3b Abs. 2 und 3 EStG definiert.

 

 

Betriebsveranstaltungen

Gemäß der Systematik des § 19 EStG gehören so genannte Betriebsveranstaltungen grundsätzlich zu den Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit, § 19 Abs. 1 S. 1 Nr. 1a EStG.

Freibetrag von 110 EUR

Begünstigt ist diese "Zuwendung" des Arbeitgebers an seinen Arbeitnehmer jedoch dahingehend, dass es hierbei gemäß § 19 Abs. 1 S. 1 Nr. 1a S. 3 EStG einen Freibetrag von 110 EUR je Betriebsveranstaltung und teilnehmenden Arbeitnehmer gibt, wenn die Teilnahme allen Betriebsangehörigen oder eines Betriebsteils zusteht.

Nach § 19 Abs. 1 S. 1 Nr. 1a S. 4 gilt oben dargestellte Behandlung für bis zu 2 Betriebsveranstaltungen pro Jahr.

Charakterisierung einer begünstigten Betriebsveranstaltung:

  • Veranstaltung mit gesellschaftlichem Charakter, beispielsweise
    • Betriebsausflug
    • Weihnachtsfeier
    • Geschäftsjubiläum
    • Arbeitnehmer mit rundem Betriebszugehörigkeitsjubiläum
  • Kreis der Teilnehmer besteht überwiegend aus Betriebsangehörigen, deren Begleitpersonen und gegebenenfalls Leiharbeitnehmer 
  • Teilnahme muss grundsätzlich allen Angehörigen eines Betriebes oder eines Betriebsteils offenstehen

Art und Bewertung der Zuwendungen

Zu den Zuwendungen gehören alle Aufwendungen des Arbeitgebers inklusive Umsatzsteuer unabhängig davon, ob sie einzelnen Arbeitnehmern direkt zurechenbar sind oder nur im Wege der Umrechnung, § 19 Abs. 1 S. 1 Nr. 1a S. 2 EStG.

Gemäß BMF vom 07.12.2016, Beck´sche "Steuererlasse" 20 § 19/6 gehören zu diesen Zuwendungen insbesondere

  1. Speisen, Getränke, Tabakwaren und Süßigkeiten,
  2. die Übernahme von Übernachtungs- und Fahrtkosten
  3. Musik, künstlerische Darbietungen sowie Eintrittskarten für kulturelle und sportliche Veranstaltungen, wenn sich die Veranstaltung nicht im Besuch der kulturellen oder sportlichen Veranstaltung erschöpft,
  4. Geschenke. Dies gilt auch für die nachträgliche Überreichung der Geschenke an solche Arbeitnehmer, die aus betrieblichen oder persönlichen Gründen nicht an der Betriebsveranstaltung teilnehmen konnten, nicht aber für eine deswegen gewährte Barzuwendung,
  5. Zuwendungen an Begleitpersonen des Arbeitnehmers,
  6. Barzuwendungen, die statt der in 1. bis 3. genannten Sachzuwendungen gewährt werden, wenn ihre zweckentsprechende Verwendung sichergestellt ist,
  7. Aufwendungen für den äußeren Rahmen, z. B. für Räume, Beleuchtung oder Eventmanager.

Die Bewertung der Zuwendungen erfolgt nicht nach der allgemeinen Regelung des § 8 Abs. 2 EStG, sondern gemäß § 19 Abs. 1 S. 1 Nr. 1a S. 5 EStG mit den tatsächlichen Aufwendungen des Arbeitgebers inklusive der Umsatzsteuer.

Vorsicht

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Behandlung von Begleitpersonen im Rahmen des Freibetrages

Alle zu berücksichtigenden Aufwendungen sind zu gleichen Teilen auf alle bei der Betriebsveranstaltung anwesenden Teilnehmer aufzuteilen. Sodann ist der auf eine Begleitperson entfallende Anteil der Aufwendungen dem jeweiligen Arbeitnehmer (zusätzlich) zuzurechnen. Für die Begleitperson selbst ist kein zusätzlicher Freibetrag von 110 € anzusetzen.

Beispiel

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Die dem Grunde nach anzusetzenden Zuwendungen für eine Betriebsveranstaltung betragen 6.000 EUR. Der Teilnehmerkreis setzt sich aus 40 Arbeitnehmern zusammen, von denen 20 von je einer Person begleitet werden. Die Aufwendungen sind auf 60 Personen zu verteilen, so dass auf jede Person ein geldwerter Vorteil von 100 EUR entfällt. Sodann ist der auf die Begleitperson entfallende geldwerte Vorteil bei dem jeweiligen Arbeitnehmer zu addieren, dem diese Begleitperson zuzurechnen ist.

Vorliegend haben also 20 Arbeitnehmer einen geldwerten Vorteil von 100 EUR, der den Freibetrag von 110 EUR nicht übersteigt und daher nicht steuerpflichtig ist. Bei 20 Arbeitnehmern beträgt der geldwerte Vorteil 200 EUR; nach Abzug des Freibetrags von 110 EUR ergibt sich für diese Arbeitnehmer ein steuerpflichtiger geldwerter Vorteil von jeweils 90 EUR.

 

Sachbezüge

Als Sachbezug bezeichnet man Einnahmen, die nicht in Geld bestehen, die den Empfänger bereichern. Sie haben im Rahmen der Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit ein große Bedeutung, da Arbeitgeber häufig neben dem eigentlichen Geldlohn noch weitere Vergünstigungen gewähren und diese Bemessungsgrundlage der Einkommensteuer sind. Viele Sachbezüge sind allerdings auch steuerfrei.

Hinweis

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Typische Sachbezüge sind die Überlassung eines PKWs zur privaten Nutzung, die Überlassung von Produkten, die Überlassung von Mahlzeiten, Maßnahmen der Gesundheitsförderung etc.

Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit

Ausgewählte sonstige Sachbezüge werden im Rahmen der Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit im Video nun erläutert. Vorab jedoch ein Überblick über die unterschiedlichen Bewertungsmaßstäbe:

 

Video: Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit nach § 19 EStG

 Gehen wir nun auf die private Nutzung eines PKWs ein:

Video: Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit nach § 19 EStG