ZU DEN KURSEN!

Körperschaftsteuer - Steuerpflicht von Streubesitzdividenden § 8b Abs. 4 KStG

Kursangebot | Körperschaftsteuer | Steuerpflicht von Streubesitzdividenden § 8b Abs. 4 KStG

Körperschaftsteuer

Steuerpflicht von Streubesitzdividenden § 8b Abs. 4 KStG

steuerkurse JETZT WEITER LERNEN!

Weitere Lernvideos sowie zahlreiche Materialien erwarten dich:
Steuerberaterprüfung Vorbereitung | schriftlich & mündlich


3359 Lerntexte mit den besten Erklärungen

1564 weitere Lernvideos von unseren erfahrenen Dozenten

5128 Übungen zum Trainieren der Inhalte

5747 informative und einprägsame Abbildungen

Die Steuerbefreiung des § 8b Abs. 1, 5 KStG wird nicht unbeschränkt für sämtliche Bezüge i. S. d. Absatz 1 gewährt. Vielmehr gibt § 8b Abs. 4 KStG weitere Bedingungen vor, die erfüllt sein müssen, damit die Steuerfreiheit des § 8b Abs. 1 KStG gewährt wird. Daher ist die Vorschrift des § 8b Abs. 1 KStG stets zusammen mit § 8b Abs. 4 KStG zu prüfen.

Hiernach wird die Steuerbefreiung des Absatzes 1 nicht gewährt, wenn die Körperschaft an der ausschüttenden Körperschaft zu Beginn des Kalenderjahres unmittelbar weniger als 10% des Stamm- oder Grundkapitals gehalten hat. Sollte eine Beteiligung nicht in der geforderten Beteiligungshöhe gehalten werden, sind Gewinnausschüttungen von dieser als steuerpflichtige Beteiligungserträge zu erfassen. Da sämtliche Erträge in diesem Fall der Körperschaftsteuerpflicht unterliegen, greift in diesen Fällen konsequenterweise die pauschalierte Hinzurechnung der 5%-igen nichtabziehbaren Betriebsausgaben i.S.d. § 8b Abs. 5 KStG nicht (§ 8b Abs. 4 S. 7 KStG).

Prüfungstipp

Hier klicken zum Ausklappen

In Prüfungen muss immer überprüft werden, ob die Bedingungen nach § 8b Abs. 4 KStG nicht erfüllt sind.

Dabei ist zu beachten, dass § 8b Absatz 4 nur für Bezüge i.S.d. § 8b Abs. 1 KStG gilt. Er ist nicht auf Veräußerungsgewinne i.S.d. § 8b Abs. 2 KStG anzuwenden.

 

Fallbeispiele

§ 8b KStG Dividenden < 10 %

§ 8b KStG Dividenen > 10 %

 

Maßgebliche Beteiligungshöhe

Die Steuerbefreiung des § 8b Abs. 1 KStG wird immer nur für Beteiligungen gewährt, an denen die Körperschaft unmittelbar zu mindestens 10% beteiligt ist. Werden die Beteiligungen nur mittelbar über Tochtergesellschaften gehalten, kann die Steuerbefreiung keine Anwendung finden, da auch nur der unmittelbar Beteiligte Bezüge i.S.d. Absatzes 1 erzielen kann. Dementsprechend können auch keine mittelbar gehaltenen Beteiligungen zusammengerechnet werden. Eine Ausnahme stellt der Anteil dar, der über eine Personengesellschaft bzw. Mitunternehmerschaft gehalten wird. Dieser wird nach § 8b Abs. 4 Satz 4 und Satz 5 KStG als unmittelbare Beteiligung behandelt. 

Abgestellt wird immer auf die Beteiligungshöhe zu Beginn des Kalenderjahres. Abweichende Wirtschaftsjahre der Körperschaften sind unbeachtlich, d. h., dass es bei Bezügen, die eine Körperschaft mit einem abweichenden Wirtschaftsjahr bezieht, auf die Beteiligungshöhe zu Beginn des Kalenderjahres abzustellen ist, in denen die Bezüge realisiert wurden.

 

Unterjähriger Beteiligungserwerb 

Abweichend zu Satz 1 muss die Beteiligungshöhe nicht zu Beginn des Kalenderjahres mindestens 10% betragen, wenn im Laufe des Kalenderjahres eine Beteiligung von mindestens 10% erworben wird. In diesem Fall fingiert § 8b Abs. 4 S. 6 KStG den Erwerb der Beteiligung auf den Beginn des Kalenderjahres zurück. In der Folge sind auch Dividenden vor dem Beteiligungserwerb innerhalb des VZ außerbilanziell zu kürzen und somit zu 95% steuerfrei, wenn innerhalb des VZ eine Beteiligung von 10% erworben wird.

Die abgestimmte Verwaltungsauffassung (OFD Frankfurt v. 02.12.2013) unterscheidet im Zusammenhang mit dem Erwerb einer Beteiligung die folgenden Fallgestaltungen:

 

  1. Keine Beteiligung zu Beginn des Kalenderjahres, Hinzuerwerb eine Beteiligung ≥ 10%

    Durch die Rückbeziehung des § 8b Abs. 4 S. 6 KStG findet § 8b Abs. 4 KStG (=Versagung der Steuerbefreiung des Absatzes 1) keine Anwendung.
  1. Beteiligungshöhe zu Beginn des KJ 4%, Hinzuerwerb im Laufe des Jahres von 7%

    Die Beteiligungshöhe zu Beginn des Kalenderjahres war <10 %, Die Steuerbefreiung des § 8b Abs.1 KStG wird damit grundsätzlich nicht gewährt. Auch die Ausnahme des § 8b Abs. 4 S. 6 KStG ist nicht anzuwenden, da nicht mindestens eine Beteiligung von 10% hinzuerworben wurde. Die Beteiligungserträge sind damit in diesem Jahr in voller Höhe steuerpflichtig.
  1. Beteiligungshöhe zu Beginn des KJ 4%, Hinzuerwerb im Laufe des Jahres von 11%

    Zu Beginn des KJ betrug die Beteiligung weniger als 10%. Nach Hinzuerwerb der Anteile beläuft sich die Beteiligung auf 15%. § 8b Abs. 4 S. 6 KStG ist allerdings nur auf den hinzuerworbenen Anteil von 11% anzuwenden. Beteiligungserträge sind damit steuerfrei, soweit sie auf die 11% Anteile entfallen und steuerpflichtig, soweit sie auf den Anteil von 4% entfallen.
  1. Keine Beteiligung zu Beginn des KJ, Erwerb einer Beteiligung von 20% am 01.04 und einer Beteiligung von 7% am 01.06 und einer Beteiligung von 4% am 01.09.

    § 8b Abs. 4 S. 6 KStG ist nur für Beteiligungserwerbe von mindestens 10% anzuwenden. Damit greift er hier nur für den Erwerb der 20%-igen Beteiligung. Am 01.06. und 01.09 wurden Beteiligungen < 10% erworben, weshalb eine Rückbeziehung für diese Anteile nicht in Frage kommt. Mithin sind Beteiligungserträge in diesem Jahr nur so weit steuerfrei, als sie auf den 20%-igen Anteil entfallen und steuerpflichtig, soweit sie auf die Anteile von 4% und 7% entfallen. 
  1. Keine Beteiligung zu Beginn des Jahres, am 01.04. Hinzuerwerb von 5% von Veräußerer 1 und Hinzuerwerb von 5% von Veräußerer 2

    Es wurden nicht Anteile von mindestens 10% in einem Erwerbsvorgang erworben. Damit ist § 8b Abs. 4 S. 6 KStG nicht anzuwenden.
  1. Erwerb von 15% und Veräußerung von 10% im gleichen Jahr, anschließende Ausschüttung

    Der Erwerb der Beteiligung von 15% gilt als zu Beginn des KJ erfolgt. Durch die Rückbeziehung findet § 8b Abs. 4 KStG auf Erträge aus dieser Beteiligung keine Anwendung, auch wenn der Stpfl. Im Zeitpunkt der Ausschüttung nur noch zu 5% beteiligt ist. Der Erwerb der Beteiligung, der 10% hinzuerwirbt, profitiert ebenfalls von der Regelung des § 8b Abs. 4 S. 6 KStG und kann die auf ihn entfallenen Beteiligungserträge steuerfrei vereinnahmen.