Kursangebot | Mündliche Steuerberaterprüfung | 15.02.2023

Mündliche Steuerberaterprüfung

15.02.2023

Bundesland:Niedersachsen
Prüfungsort:Hannover
Prüfungsdatum:15.02.2023
Beginn / Ende der Prüfung:8:15 - 15:00
Prüfungskommission:7

 

Prüfungskommission

 NameBerufsbezeichnungPrüfungsgebiet
1. PrüferHerr PetersenVorsitzenderUSt, AO
2. PrüferHerr HaxsterBetriebsprüfer FABilanzierung
3. PrüferHerr VietorSteuerberaterBWL/Gesellschaftsreht
4. PrüferHerr ZelmerSteuerberaterZivil- und Berufsrecht
5. PrüferHerr MarquardWirtschaft (Sparkasse?)VWL
6. PrüferHerr DegethofDipl.-Fw.Ertragsteuer

 

Prüfungskandidaten

 PrüflingVorbildungVornotePrüfungsergebnis
1-4,5bestanden
2-4,33bestanden
3Steuerfachwirt4,33bestanden
4Steuerfachwirt4,16bestanden
5-3,33bestanden

 

Kurzvortrag

 Thema Nr.PrüfungsgebietThema
1UStOptionsrechte in der Umsatzsteuer
2ErtragsteuerBeteiligungserträge im BV
3BilanzierungBilanzierung bei Ergänzungsbilanzen

 

Fragerunden

1. Fragerunde

Prüfer:Herr DegethofPrüfungsgebiet:ESt

Inhalt der Prüfung: 

Teil I war Ertragssteuerrecht.

  1. GmbH & Co. KG,
    Kommanditist zahlt zu viel Steuern, was kann er machen?
    Welche Steuersätze kommen überhaupt zum Ansatz? Wie kann er weniger Steuern zahlen?
    -> grds individueller Steuersatz, alternativ : 1a KStG oder 34a ESTG

  2. Skizze am Flipchart- Dt GmbH an chinesischer KapGes beteiligt zu
    100 %
    12 %
    5%
    Ausschüttung 100.000 Euro, Abzug 5 % Quellensteuer- Buchungssatz des Ertrags in der Bilanz, Behandlung von Ertrag und Quellensteuer in KöSt und GewSt
    -> §8b KstG, § 9 Nr 2a GewStG

  3. Mandant überlegt, Vermieter zu werden, schwankt zwischen 3 Objekten:
    Hauskauf Baujahr 1900
    Hauskauf Baujahr 1950
    Hausbau in 2023 geplant
    Wie viel Afa kriegt er jeweils? §7 (4), § 7b EStG

  4. Mandant nutzt Haus 50% selbst, 50% vermietet und gibt jetzt ca 80.000€ für energetische Sanierung aus:
    Was geht da steuerlich?
    Wie teilt man die Kosten auf?
    -> Handwerkerleistungen / 35c EStG bei selbstgenutzter Wohnung,
    Bei VuV Aufwand bzw Verteilung auf max 5 Jahre

Lief zu Beginn etwas zäh, besonders 34a EStg. Prüfer war aber nett, hat auch nie unterbrochen.

 

2. Fragerunde

Prüfer:Herr ZelmerPrüfungsgebiet:Zivilrecht/Berufsrecht

Inhalt der Prüfung: 

Runde 2 war Zivilrecht und Berufsrecht:

Zivilrecht:

  • Seit wann gilt das BGB?
  • Rechtsfähigkeit
  • Geschäftsfähigkeit
  • Kaufvertrag
  • Beispiel: 6jähriger kauft von Taschengeld Buch, wirksamer Kaufvertrag?
    • Verpflichtungs / Erfüllungsgeschäft?
  • 1922 BGB
  • Erbordnungen
  • Güterstände im BGB
  • Erbrecht Ehegatte mit und ohne Ehevertrag neben Kindern

Berufsrecht:

  • Jeder musste eine der 5 Kardinalspflichten aufzählen und (mit Beispiel) erläutern
  • Vorbehaltsaufgaben und wo sind diese geregelt
  • Wo darf der StB vertreten? Wo ist der BFH?
  • §49 StBG, seit wann ist das neu geregelt? Mit wem darf ich mich da zusammenschließen?
    • Wenn zB mit einem Arzt, wer muss/darf dann GF oder Gesellschafter sein?
  • Welche Gebührenarten gibt es in der StBVV?
  • Wie hoch ist der Stundensatz §13 StBVV?
  • Jeder musste eine Gebühr ausrechnen (zB USt-Erklärung, Wert 500.000€, 4/10)
  • Best - ab wann und wofür?

Sehr netter Prüfer, Fragen waren eindeutig gestellt und gut zu beantworten.

 

3. Fragerunde

Prüfer:Herr HaxsterPrüfungsgebiet:BilStR

Inhalt der Prüfung: 

  1. Auf dem Tisch lag nach der Mittagspause eine Aufgabe:
    Es gab eine BP, es gibt Abweichungen bei der Gewährleistungsrückstellung: 4 Jahre ( jeweils Wert Steuerbilanz / AP) - in welchem Jahr kommt es zu welchen Korrekturen in € ?
    Bilanzberichtigung oder Bilanzänderung?

  2. IAB- Voraussetzungen, Übertragungsmöglichkeiten, Höhe, Sonder-Afa,
    wie ? Steuererklärung, kein IAB in Handelsbilanz
    Kann es in der Sonderbilanz einen IAB geben? wenn ja - auf welchen Gewinn kommt es dort an?

  3. Wie zinst man Verbindlichkeiten ab, die Lfz > 12 Monate und unverzinst sind?
    Ab wann nicht mehr?
    Wenn man rückwirkend für zB 2021 möchte, wie läuft das dann ab?

Die Aufgabe lief bei uns so gar nicht, sowas hatte keiner auf dem Schirm.

Er war aber sehr nett und hat uns zwischendurch auch mal auf die Sprünge geholfen, wenn gar keiner von uns weiterwusste. Wenn man die Protokolle dieser Kommission der Vorjahre anschaut, war er zum ersten Mal dabei.

 

4. Fragerunde

Prüfer:Herr VietorPrüfungsgebiet:BWL

Inhalt der Prüfung: 

Fachgebiet war BWL / Gesellschaftsrecht

  1. Mandant kommt zur JA- Besprechung - wie geht man vor?
    -> Bestandteile JA
    Wie geht man am Besten in der Besprechung systematisch vor?
    Wusste keiner so richtig, es ging dann Richtung Bilanzkennzahlen und Aussagekraft.
    § 264 (2) HGB : Vermögens- Finanz- und Ertragslage

  2. GmbH & Co KG, Gesellschafter hat Forderung ggü Gesellschaft v 30 Mio, Liquide
    Mittel 10 Mio- er möchte sich 20 Mio auszahlen , wo kommt das Geld her?
    -> Erhöhung Stammkapital, Kapitaleinlage, Verkauf Anlagevermögen, Factoring

  3. Mdt ( GmbH) vertreibt Holz-Artikel ( Logo = Hirschkopf), er mag wenn er nicht über allen steht und Mitarbeiter an Entscheidungen beteiligt sind
    -> kooperativer Führungsstil
    Jetzt stellt er einen Brand Manager ein, der leider keine Erfolge erzielt - Abhilfe? Wechsel zu ->patriarchalischem Führungsstil
    Wer hat noch so ein Logo ( Jägermeister ) und seit wann?
    Was kann er machen, wenn er das Logo nicht aufgeben will?
    -> zB neues Produkt mit neuer Marke

Eine sehr zähe Runde- wir kannten kaum die von ihm gewünschten Fachbegriffe oder wussten nicht, worauf er grad hinauswill ( z.B. mit den verschiedenen Führungsstilen). Er hat zwar dann nicht ewig weiter gebohrt sondern aufgelöst und weitergemacht, gefühlt von uns allen aber die schlechteste Runde.

5. Fragerunde

Prüfer:Herr MarquardPrüfungsgebiet:VWL

Inhalt der Prüfung: 

  1. Aktuelle Themen nennen; wir hatten
    Ukraine-Krieg
    Nachwirkungen Corona-Krise / Chipkrise
    Künstliche Intelligenz ( Chat-GPT)
    Inflation
    Rezession
  2. Auswirkungen Chat-Gpt auf Arbeitsmarkt etc
  3. Magisches Viereck und Ergänzung auf Sechseck
  4. Inflation, Leitzins EZB ( Sitz?), Verhältnisse untereinander und Auswirkungen bei Veränderung

 

6. Fragerunde

Prüfer:Herr PetersonPrüfungsgebiet:USt, AO

Inhalt der Prüfung: 

  1. Weiterer Eingang auf die Optionen in der USt, hierzu zählt er scheinbar auch Ist- statt Sollversteuerung;
    Pflichten des KU §19 UStG wenn er optiert (UStVA, USt-Erklärung, Steuerausweis)
  2. Unternehmer in der USt (kurz), Differenzbesteuerung und ihre Voraussetzungen
  3. Welche Nachschauen gibt es und wo sind sie geregelt?
    ->Kassennachschau, Umsatzsteuernachschau, Lohnsteuernachschau
    Hier durften wir eine aussuchen (USt-Nachschau)
    Wie läuft die Nachschau ab?
    Beispiele, wann daraus eine USt-Sonderprüfung folgt und ob für den Wechsel von Nachschau zur Sonderprüfung eine PA nötig ist?
    -> unangekündigt, bei Erscheinen kein Widerspruch nötig, keine PA nötig, es reicht
    Mitteilung an StPfl

  4. Mitwirkungspflichten AO -
    90 AO, (Woraus besteht die Pflicht? -> Einreichung von Unterlagen, Amtsermittlungsgrundsatz)
    138er wegen grenzüberschreitender Sachverhalte

Strenger Prüfer. Wollte nur seine Antwort hören, kein unnötiges „Drumherum“. Er wollte, dass man sicher in seinen Antworten ist- wenn man ‚glaube, würde, könnte sein‘ benutzt gibt er die Frage einfach weiter. Hat viel gefragt wo Sachen stehen, § ohne Absatz reichte. War aber trotzdem sehr nett, hat auch mal einen Witz gemacht um uns  aufzulockern.

Er legt viel Wert auf den richtigen Ausdruck – zB bei 19 UstG wollte er „Steuer wird nicht erhoben“ hören, so wie es eben im Gesetz steht.

 

Meine Tipps für zukünftige Prüflinge

  • Es wurde in den späteren Runden nochmal auf die Vorträge eingegangen, also nicht danach die Themen gedanklich abhaken – und, sofern Zeit bleibt, auch die anderen einmal gedanklich durchgehen.
  • Während der gesamten Prüfung durften wir (natürlich abgesehen vom Vortrag) keine Gesetze / Richtlinien etc. benutzen, nur Stift Papier und Taschenrechner – und die zur Verfügung gestellten Zahlen in der Bilanz-Runde

 

Persönliches Statement

Streng, anspruchsvoll - aber fair! Es wurde viel Wert auf Fachbegriffe gelegt! Es durfte nicht ins Gesetz geschaut werden während der Runden. Nach der zweiten Fragerunde gab es 30 Minuten Mittagspause.

Am Ende haben wir noch grobe Noten bekommen, aber nicht pro Einzelrunde eine genaue Note, für den Vortrag wurden keine Noten genannt.

Alles in allem eine nette Kommission, die einen nicht hängen lassen hat und auch mal schwere Fragen für Bonuspunkte an die ganze Runde freigegeben hat.