Die Anmeldung einer Steuerforderung als Insolvenzforderung in der Tabelle kann sowohl vom Insolvenzverwalter als auch von einem Gläubiger bestritten werden. Dabei lassen sich zwei Fälle unterscheiden:
- Kein Steuerbescheid vor Insolvenzeröffnung:
Liegt vor der Eröffnung des Insolvenzverfahrens noch kein Steuerbescheid vor, muss das Bestehen und die Fälligkeit der Steuerforderung durch einen (Feststellungs-)Bescheid gemäß § 251 Abs. 3 AO festgestellt werden. In diesem Fall richtet sich der Bescheid an den Insolvenzverwalter, der als Empfänger fungiert. Gegen diesen Bescheid sind Einspruch (§ 347 Abs. 1 S. 1 Nr. 1 AO) und Klage vor dem Finanzgericht möglich. Sobald das Feststellungsverfahren rechtskräftig abgeschlossen ist (§ 251 Abs. 3 AO), erfolgt der entsprechende Eintrag in die Insolvenztabelle. Eine separate Steuerfestsetzung nach § 155 AO entfällt dann. - Steuerbescheid bereits vor Insolvenzeröffnung ergangen:
Wurde vor der Insolvenzeröffnung bereits ein Steuerbescheid erlassen, wird die Berechtigung der Forderung nicht durch einen neuen Feststellungsbescheid nach § 251 Abs. 3 AO geprüft. Stattdessen wird sie im Rahmen der Fortsetzung des unterbrochenen Rechtsbehelfs- oder Rechtsmittelverfahrens geklärt. War die Frist für Rechtsbehelfe vor der Insolvenzeröffnung noch nicht abgelaufen, gilt diese durch die Eröffnung des Insolvenzverfahrens als unterbrochen.
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